Opel-Werk in Bochum wird geschlossen

10. Dezember 2012 - 12:24 - keine Kommentare

Das Opel-Werk in Bochum steht vor dem Aus: 3.000 Mitarbeiter könnten bis 2016 entlassen werden, wenn die Autoproduktion im Ruhrgebiet eingestellt wird. Während der Betriebsrat den Kampf für die Arbeitnehmer und das Werk ankündigt, plant Opel den Ausbau des Logistikzentrums.

Bis 2016 soll das Opel-Werk in Bochum geschlossen werden: Wenn die Fertigung von Fahrzeugen mit der Produktion des „Zafira“ ausläuft, wird ein Großteil der 3.000 Arbeitsstellen gestrichen. Der Opel-Vorstand reagiert damit auf den Einbruch des europäischen Absatzmarktes und will Überkapazitäten abbauen, für den Betriebsrat des Autoherstellers ist hingegen eine Schließung des Werkes inakzeptabel, Bochum brauche Opel als großen Arbeitgeber in der Region.

Opel schließt Werk in Bochum

Während die Nachfrage auf dem Automobilmarkt sinkt, steht Opel derweil unter dem Druck des Mutterkonzerns General Motors, der im europäischen Raum über zehn Milliarden Euro Verluste einfährt. Der stellvertretender Vorstandsvorsitzende Thomas Sedran betonte dennoch, dass Opel weiterhin auf Deutschland als Produktionsort setze und auch in Bochum nach wie vor als Arbeitgeber auftreten will. Zu betriebsbedingten Kündigungen soll es daher nicht kommen: Abfindungen sollen ebenso angedacht sein, wie das Angebot eines Arbeitsplatzwechsels in eines der anderen Opel-Werke im Bundesgebiet.

Mit Spitzenleistungen von 250.000 Fahrzeugen pro Jahr konnte das Adam Opel AG Werk Bochum I ehemals 20.000 Menschen beschäftigen. Zwischen 2003 und 2011 wurde die Belegschaft bereits um über 52 Prozent von 10.800 Arbeitnehmern auf 5.170 gekürzt, von denen weitere 3.000 durch die Werkschließung abgezogen werden. Derzeit können in drei Schichten täglich 1.200 „Opel Zafira“ gebaut werden. Bis 2010 wurde hier auch der „Opel Astra H“ hergestellt, der „Astra Classic“ im Jahr 2011, die Autoproduktion des Zafira wird 2016 aufgegeben.

3.000 Arbeitsplätze bei Opel in Gefahr

Übergangschef Thomas Sedran, der erst im Juli 2012 die Geschäfte des angeschlagenen Autoherstellers übernahm, ist für seine Unnachgiebigkeit bei Sanierungen bekannt, so dass bereits bei seinem Amtsantritt mit Werkschließungen gerechnet wurde. Nun wird die Autofertigung in Bochum von den Rettungsmaßnahmen betroffen, während Sedran jedoch ankündigte, den Standort für Opel anderweitig nutzen zu wollen. Das Logistikzentrum – bislang mit etwas mehr als 430 Beschäftigten besetzt – soll ausgebaut werden und möglicherweise soll das Werk, das im Oktober 2012 sein fünfzigstes Jubiläum feierte, in die Komponentenfertigung eingebunden werden.

Wie viele der 3.000 Opel-Mitarbeiter von der Schließung im Jahr 2016 betroffen sein werden und wie viele von ihnen in die Produktion der Komponenten übernommen werden können, ist derzeit noch nicht sicher.

Bild:Opel-Werk von mariordo59, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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