Flughafen-Streik: Sicherheitskräfte im Arbeitskampf

10. Dezember 2012 - 11:25 - keine Kommentare

Auf Betreiben der Gewerkschaft Ver.di haben ungefähr tausend Sicherheitskräfte an deutschen Flughäfen die Arbeit nieder gelegt: Mit dem Warnstreik soll Druck auf die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag zu gleichen Arbeitsbedingungen in der Sicherheitswirtschaft ausgeübt werden, die im letzten Monat scheiterten.

Die zweitgrößte Gewerkschaft in Deutschland Ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) hat das Sicherheitspersonal an den Flughäfen zu einem Warnstreik am Morgen des 10. Dezember 2012 aufgerufen. Um 4 Uhr wurde gleichzeitig in Köln-Bonn, Düsseldorf, Baden-Baden/Karlsruhe und Stuttgart die Arbeit an den Sicherheitskontrollen eingestellt, zwischen 5 Uhr und 6 Uhr schlossen sich Berlin-Schönefeld, Hannover, Bremen, Berlin-Tegel, Hamburg und Frankfurt am Main dem Arbeitskampf an: Die Gewerkschaftler wollen mit den Warnmaßnahmen die Arbeitgeber im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft zum Einlenken in den Tarifverhandlungen bewegen.

Streik an Flughäfen: Sicherheitspersonal kämpft für Manteltarif

15.000 Sicherheitsmitarbeiter sind von den im November in der vierten Runde gescheiterten Verhandlungen betroffen: Mehr Gerechtigkeit und Einheitlichkeit wird von Ver.di in einem Manteltarifvertrag für den Sicherheitsbereich gefordert, den Unternehmern wirft die Gewerkschaft vor, die Entscheidungen verzögern zu wollen. Daher sei der Warnstreik an den deutschen Flughäfen auch daraus ausgerichtet, die Arbeitgeber zu treffen, nicht die Fluggäste.

Dennoch seien im Zuge des Arbeitskampfes auch mit Verzögerungen zu rechnen, wenn allerdings auch keine Flüge ausfallen würden. In Frankfurt/Main seien die meisten Beschäftigten mit dem Bewachen von untergestellten Flugzeugen amerikanischer Fluggesellschaften und Passagierbefragungen betraut, in Düsseldorf mit Fluggastkontrollen. Längere Wartezeiten seien für Flugreisende an allen Flughäfen möglich, ausfallende Maschinen seien jedoch auf die winterlichen Witterungsverhältnisse zurückzuführen, so Sprecher der Flughäfen und der Gewerkschaft.

Gewerkschaft Ver.di: Gerechte Arbeitsbedingungen für Sicherheitskräfte

Die Ankündigung des Warnstreiks wurde kurzfristig angesetzt: Verhandlungsführer Andreas Sander betonte in seiner Mitteilung, dass es in erster Linie um die Regelung von Dienstplänen nach einheitlichen Maßstäben und einem gerechten Schichtsystem gehe, damit die Mitarbeiter an den Flughäfen ihr Berufsleben mit der Zeit für ihre Familien planen können. Auch unbefristete Arbeitsverhältnisse und angepasste Löhne sollen in den Tarifverhandlungen erreicht werden – ein nicht unwesentlicher Teil des Sicherheitspersonals wird von Zeitarbeitsfirmen gestellt. Bis zum Mittag soll der Arbeitskampf der Sicherheitskräfte an deutschen Flughäfen noch andauern.

Bild:Flughafen BER von dierk schaefer, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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