Wirtschaft in Japan: Rezessionsgefahr nach Wachstumskrise

12. November 2012 - 14:09 - keine Kommentare

Der drittgrößten Weltwirtschaft droht eine Rezession: Nach einem geringeren Wirtschaftswachstum als angenommen könnte Japan mit einem massiven Rückgang konfrontiert werden. Als Gründe für das Einbrechen der japanischen Wirtschaft werden der Streit mit China, aber auch Absatzschwierigkeiten in Europa genannt.

Das dritte Quartal 2012 sah für die Wirtschaft Japans nicht gut aus: Im Vergleich zum zweiten wurde ein Rückgang um 0,9 Prozent errechnet, was einer Bruttoinlandsprodukt-Jahresrate von 3,5 Prozent entspricht. Experten hatten einen noch größeren Einbruch erwartet, doch konnte zumindest kein Verlust beobachtet werden. Sollte die Wachstumskrise sich weiter ausbauen, könnte Japan allerdings eine Konjunkturrezession drohen. Der Nikkei-Index an der Börse schrumpfte als Reaktion auf die Meldungen der Wirtschaft um 0,66 Punkte.

Japan: Rezession nach schlechtem 3. Quartal möglich

Im ersten Quartal 2012 wurde noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 4,7 Prozent im Jahresvergleich gemessen, das zweite sah einen Anstieg um 3,7 Prozent. Mit dem aktuellen Rückgang im Blick muss das letzte Quartal des Jahres wieder einen Aufschwung erleben, damit die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt nicht in die Rezession rutscht, denn zwei aufeinander folgende Quartalsrückläufe werden von Ökonomen als eben jener Zustand gewertet und die Börsen und die Geldpolitik reagieren entsprechend.

Die Unternehmensinvestitionen gingen in den vergangenen drei Monaten um 3,2 Prozent zurück und die Ausgaben der Verbraucher verringerten sich um 0,5 Prozent. Einen Anstieg konnten derweil der Dienstleistungssektor um 0,3 Prozent verbuchen.

Für den wirtschaftlichen Rückgang wird unter anderen Gründen der chinesische Boykott japanischer Güter angeführt: Seit mehreren Monaten sind sich die Regierungen in Tokio und Peking nicht über eine Gruppe von Inseln einig, die im ostchinesischen Meer liegt und unbewohnt ist, und die Demonstrationen auf chinesischer Seite haben für einen zehnprozentigen Einbruch der Ausfuhrzahlen gesorgt.

Wachstumskrise der japanischen Wirtschaft

Auch die europäische und amerikanische Wirtschaftslage üben auf die Produktion und die Exporte in Japan Druck aus: Die Nachfrage schrumpft aufgrund der unsicheren Lage und auch im Inland tendieren die Kunden zum Sparen. Die Wirtschaft Japans konnte durch den Wiederaufbau nach den Tsunami- und Erdbebenkatastrophen, die auch zum Reaktorunglück bei Fukushima führten, einen kurzen Aufschwung erleben und den Ausfall wieder aufholen. Nun spricht Preminister Yoshihiko Noda von einer „ernsten Lage“, während Experten für Ökonomie nicht mit einer baldigen Erholung der wirtschaftlichen Situation Japans rechnen.

Bild: Wall Street von Azureon2, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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