Claudia Roth: Kandidatur zum Parteivorsitz trotz verlorener Urwahl

12. November 2012 - 10:58 - 2 Kommentare

Die Grünen haben in ihrer Urwahl die beiden Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 bestimmt: Der enorme Zuspruch für Jürgen Trittin überraschte kaum, doch die Ablehnung von Claudia Roth für das Spitzenduo war unvorhergesehen. Statt ihrer wird Katrin Göring-Eckardt nächstes Jahr antreten.

Ein unvermutetes Ergebnis hat bei der Urwahl der Grünen das Spitzenduo für die Bundestagswahl im nächsten Jahr bestimmt: 25.222 Stimmen entfielen auf den Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin und 16.589 Stimmen auf Katrin Göring-Eckardt, die sich vom Realo-Flügel der Partei erst überreden lassen musste, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen. Im Vorfeld war ihr Engagement in der Evangelischen Kirche diskutiert worden, doch nun konnte sie bei der Basisabstimmung der Grünen sogar gegen die Fraktionschefin Renate Künast (13.522 Stimmen) und die Parteivorsitzende Claudia Roth (9.180 Stimmen) durchsetzen.

Neues Spitzenduo nach Urwahl der Grünen: Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin

Keiner der Kandidaten der anderen großen Parteien zur Bundestagswahl 2013, wurde so basisdemokratisch aufgestellt, wie nun Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt: Die 60.000 Mitglieder der Grünen gaben den beiden jeweils 71,9 Prozent und 47,3 Prozent und somit ein sehr klares Signal für eine Politik der Mitte. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast konnte noch immerhin 38,5 Prozent für sich verbuchen – Claudia Roth kam als Parteivorsitzende auf gerade einmal 26,2 Prozent der Stimmen.

Claudia Roth bezeichnete das Wahlergebnis als „herbe Klatsche“ und äußerte sich seit Samstag nicht viel mehr zu ihren persönlichen Konsequenzen der Basisentscheidung. Allerdings wies sie darauf hin, dass sie sich auch wieder für den Posten der Parteivorsitzenden aufstellen lassen würde und bekam von vielen der Grünen-Spitzenpolitiker ihre Zustimmung ausgesprochen.

Auch die Entscheidung für eine Urwahl zur Bestimmung der Bundestagswahl-Kandidaten bereut Roth nicht: Von ihr wurde der Urnengang der Grünen-Wähler initiiert und obwohl sie sich einer Niederlage hierbei stellen musste, sagte sie, sie würde „immer wieder für eine Urwahl eintreten“. 35.000 Mitglieder hatten sich bei der Abstimmung beteiligt.

Claudia Roth: Kandidatur zum Parteivorsitz trotz verlorener Urwahl

Nach dem Ergebnis hatte sich Claudia Roth am Wochenende bedeckt gegeben und es wurde vermutet, dass auch ein Rücktritt vom Parteivorsitz nicht ausgeschlossen sei. Wie durch die Unterstützungsbekundungen auf sozialen Netzwerken von Wählern und Politikern gleichermaßen jedoch erkennbar wurde, ist die Zustimmung zu ihrer aktuellen Parteiposition nach wie vor groß und so wird sie erneut als Vorsitzende der Grünen kandidieren. Die Wahl zum Parteivorsitz wird am kommenden Wochenende stattfinden.

Bild:Claudia Roth von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Claudia Roth: Kandidatur zum Parteivorsitz trotz verlorener Urwahl

Zu diesem Beitrag gibt es 2 Kommentare.

von Demo Krat am 12. November 2012 - 16:00 Uhr

Eigenartiges Demokratieverständnis. Man fragt die Leute um ihre Meinung um anschliessend darauf zu scheissen. Nebenbei schiebt man den schwarzen Peter den Delegierten zu.
Wenn sie dennoch gewählt wird, sind die Grünen ein Fall für Human Rights Watch und müssen ausgeschlossen werden? Wo? Einfach überall!
Andere haben wenigstens den Anstand keine primaries zu veranstalten.
Einfach lächerlich diese Grünen, da können sie ja gleich den Original-Pumukel aufstellen und nicht diese lächerliche Kopie

von diddi dödel am 12. November 2012 - 21:46 Uhr

Wenn H. Rösler 2013 die Niedersachsenwahl verlieren sollte und dies als Votum interpretiert, als Parteivorsitzender weiterzumachen – würde dann bitte C. Roth einfach mal den Mund halten und in den Spiegel schauen?

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