Print-Medien Streit: Verleger fordern Chancengleichheit zu Digitalmedien

9. November 2012 - 10:55 - keine Kommentare

Im Zuge der niedrigen Steuerlast, die Apple für ihre Milliardengewinne im nicht-amerikanischen Ausland geltend gemacht hat, zeigen sich Printmedien-Verleger bei den Zeitschriftentagen in Berlin verstimmt und kämpferisch: Sie fordern gleiche Wettbewerbsbedingungen für gedruckte und für digitale Publikationen wie Ebooks.

Ein nicht unwesentlicher Teil der hohen Einnahmen von Apple, Amazon, Google und den anderen Online- und Digital-Medien entstammt neben den Verkäufen der jeweiligen Geräte auch der Publikation von Ebooks und anderer digitaler Inhalte – für die andere steuerliche Grundlagen gelten, als es bei den angestammten Printmedien beobachtet werden kann. Apple beispielsweise hat durch die mit nur knapp 2 Prozent versteuerten Auslandsgewinne von 28,4 Milliarden Euro eine Empörungswelle verursacht, die Hubert Burda, Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), nun auf dem Branchenevent der Zeitschriftentage aufgreift.

Zeitschriftentage: Printmedien-Vertreter äußern sich zu fairem Wettbewerb

Burda sprach sich für gleiche Chancen im Wettbewerb bei digitalen und gedruckten Medien aus: Er forderte auf dem „VDZ Publishers’ Summit“ gleiche Bedingungen im Umgang mit Publikationen in allen Kommunikationswegen, während er keine Sonderbehandlung für Zeitschriftenverlage in Form von Subventionen befürwortet. Auch fürchte er keine Konkurrenz, wenn die Regeln für den Wettbewerb fair wären, sagte er bei den Zeitschriftentagen in Berlin.

Auch seine Kollegen sehen die Zukunft für Printmedien optimistisch: Mit 1.511 derzeit erscheinenden Zeitschriften hat sich die Branche seit 2009 deutlich besser aufstellen können, neue Magazine kämen ständig hinzu, so Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des VDZ. Auch würden sich traditionelle Printmedien weiterhin gegen die Digitalisierung auf Smartphones und Tablet PCs durchsetzen und gleichzeitig diese auch zu nutzen wissen, wie sich am Beispiel des Verlages „Condé Nast“ sehen lässt.

Der Verlag mit Sitz in Berlin hat sein digitales Angebot in Form von Apps und Onlineinhalten stark ausgebaut und dennoch sprach sich Präsident Nicholas Coleridge für den Fortbestand der angestammten Publikationen aus: „Print ist nicht tot“, stellte er auf den Zeitschriftentagen fest.

Digitale Medien gewinnen an Boden

Dass jedoch die digitalen Publikationen ihre Rolle in der Medienlandschaft weiter ausbauen werden, bezweifelt auf den Zeitschriftentagen in Berlin niemand. Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG Mathias Döpfner sieht die Tage der Zeitschriften zwar ebenfalls noch nicht als gezählt an, bestätigt aber die Wachstumschancen des Marktes in den Digitalmedien. Technologische Fortschritte werden die Kommunikationsform verändern, aber das Interesse an den Inhalten sei so stark wie nie zuvor.

Dr. Hubert Burda stieß mit seinem Statement bei den Zeitschriftentagen auf offene Ohren des EU-Kommissars Günther Oettinger, der den Medien kulturellen Wert bescheinigte und die Chancengleichheit auf dem Markt auch aus dieser Perspektive gerne ausgebaut sähe.

Bild: Apple von The D34n, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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