Absolute Mehrheit auf Pro7: Politik-Talkshow mit Stefan Raab in der Kritik

8. November 2012 - 11:42 - 3 Kommentare

„Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ ist Stefan Raabs neuer Versuch, auf Pro7 junge Zuschauer in einer Mischung aus Talk- und Gameshow für Politik zu interessieren. Die erste Sendung wird allerdings überschattet von der Ausladung des Grünen-Politikers Volker Beck.

Stefan Raab lädt zu einer neuen Show auf Pro7: Unter dem Titel „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ sollen sich Politiker verschiedenen Themengebieten stellen, die Zuschauer entscheiden später, wer am besten abgeschnitten hat. Raab plant, die Politik-Talkshow einmal im Monat zu moderieren, doch bevor überhaupt die erste Sendung ausgestrahlt wurde, machen sich Gerüchte um eine mögliche Befangenheit der Redaktion breit. Angeblich soll der eingeladene Umweltminister Peter Altmaier (CDU) Druck ausgeübt haben, um Volker Beck von den Grünen wieder ausladen zu lassen, wie das Büro von Beck vermeldete. Sowohl Pro7 als auch der Minister selbst haben diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Absolute Mehrheit: Stefan Raab will über Politik diskutieren

Von der SPD wurde der Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann eingeladen, für die FDP geht Wolfgang Kubicki, Fraktionsvorsitzender im Landtag von Schleswig-Holstein, zu „Absolute Mehrheit“ und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken und Greenpeace-Aktivitst, Jan van Aken, wird ebenfalls mitdiskutieren. Gemäß dem Motto „Der Wähler fragt“ wird auch eine unabhängige Bürgerin ohne öffentliches Amt anwesend sein und es wird derzeit gemutmaßt, dass dies Verena Delius, der Geschäftsführerin von „Goodbeans“ sein könnte. Ihre Firma vertreibt Apps und Online-Spiele.

„Meinung muss sich wieder lohnen“ ist dabei durchaus wörtlich gemeint, denn ohne Gewinne geht auf Pro7 offenbar nicht viel und schon gar nicht bei Stefan Raab: Bei dem Versuch, eine monatlich angedachte Politik-Talkrunde auf dem eher politikfernenen Sender zu initialisieren, werden dem Talkgast mit den überzeugendsten Argumenten nach Ansicht des anrufenden Publikums 100.000 Euro übergeben – eine Art Politik-Gameshow also, die ganz auf der Linie von Raabs sonstigen Specials auf seinem Heimatsender liegt und sich schon in ihrem Konzept von den etablierten (und meistens auf den öffentlich-rechtlichen Sendern zu findenden) Sendungen mit politischem Inhalt distanziert.

Politik-Talkshow auf Pro7 mit Gewinnspiel

Über die 100.000 Euro können die Politiker frei verfügen, sagt Moderator Stefan Raab, der mit seinem neuen Show-Konzept vor allem eine junge Zielgruppe ansprechen möchte, die sich nicht für die regulären Politikthemen interessieren. In der ersten Ausgabe soll über Steuergerechtigkeit und die Energiewende gesprochen werden, sowie über soziale Netzwerke. „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ mit Stefan Raab wird auf Pro7 am Sonntag, den 11. November 2012 um 22.45 gesendet.

Bild: Absolute Mehrheit von Ana Paula Hirama, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Absolute Mehrheit auf Pro7: Politik-Talkshow mit Stefan Raab in der Kritik

Zu diesem Beitrag gibt es 3 Kommentare.

von Detlef Malke am 9. November 2012 - 17:00 Uhr

Als ob es noch nicht genug Politik sendungen gibt,bekommen sie jetzt auch noch reichlich Geld dafür worüber sie frei verfügen können.Also ehrlich wie weit muß Deutschland (Pro 7) noch sinken! Mir fehlen die Worte da zu.

von Rudi Krebsbach am 12. November 2012 - 05:50 Uhr

Das wars – für mich reine Polit-Clownerien. Die frenetischen Beifallstürme aus dem Publikum waren für mich ebenso preinlich wie die Fragen an die Politiker.
Schnell einstampfen oder öfter zeigen als Beispiel, wie wir Politik nicht begleiten sollten.

von Dieter Köther am 12. November 2012 - 16:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Raab,
mein Name ist Dieter Köther, ich lebe in Hamburg, bin Erfinder und habe mir Ihre Talkshow auf dem PC angesehen, weil ich zur aktuellen Sendung verhindert war. Ich begrüße Ihre Idee, aber ich bin der Meinung, dass es 1. zu kurz ist, denn unausddiskutierte Themen und deren gleich mehrere innerhalb 90 Minuten sind doch schon genügend im TV Programm. Ich bin der Meinung, dass wir zusammen eine wesentlich bessere Sendung mit einem wesentlich breiterem Publikum hinbekommen könnten, wenn es im Sinne des Senders ist, einen Straßenfeger zu haben. Richtig ist, dass versucht wird, den Regierenden auf die Sprünge zu helfen, eine Whal in 2013 hinzulegen, in der sie sich praktisch öffentlich zu einem Wahlprogramm verpflichten, aus dem jeder Wähler erkennen könnte, wo er sein Kreuz zu machen hat. Das ist aber weder durch diese Talkshows in der bekannten Wiese unmöglich, weil auf direkte Fragen, dem Zuschauer keine verbindliche Antwort erteilt wird. Ich weiß nicht, wie hoch ihre Sehbeteiligung war, aber ich habe ein Konzept im Kopf, das meiner Merinung nach eine Beteiligung von 10 – 15 Millionen Zuschauern bringen würde.

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