Überstunden-Studie für Deutschland: Nur die Hälfte wird bezahlt

25. Oktober 2012 - 15:56 - keine Kommentare

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat die in Deutschland geleisteten Überstunden untersucht und dabei festgestellt, dass nur die Hälfte der zusätzlichen Arbeitszeit entsprechend vergütet oder ausgeglichen wird. Besonders beträfe dies Männer und Führungskräfte, so die Studie.

Durchschnittliche 12,3 Überstunden werden von den deutschen Arbeitnehmern jeden Monat geleistet – lediglich 6,9 Stunden werden von den Arbeitgebern mit Vergütung oder Freizeitausgleich goutiert. So zumindest wurde es in einer vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) durchgeführten Studie ermittelt, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Weitere 2,2 Stunden sollen demnach nur geringfügig ausgeglichen werden, während 3,2 der durchschnittlichen Überstunden gar nicht bezahlt werden.

IWH untersucht Überstunden: Führungskräfte arbeiten am häufigsten mehr

In vielen Arbeitsverträgen findet sich die Klausel, dass etwaig anfallende Überstunden mit dem Arbeitsentgelt abgegolten sind. Besonders bei Führungskräften erwarten die Arbeitgeber, dass sie weit über die arbeitsrechtlich geregelten Arbeitszeiten anwesend sind, um die anfallenden Tätigkeiten auch außerhalb eines 8,5 bis 9 Stunden Tages zu schaffen. Laut dem IWH sollen diese Erwartungen 19,2 Stunden monatlich ausmachen.

Während Unternehmen dazu tendieren, immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Aufgaben übernehmen zu lassen, steigt die Zahl derer, die ihre Arbeit nicht in der vereinbarten Zeit erledigen können. Arbeitgeber setzen daher oftmals voraus, Überstunden freiwillig und oftmals unentgeltlich zu leisten, was im direkten Konflikt mit dem Arbeitsrecht steht. Denn hier wird festgehalten, dass Überstunden nicht die Regel sein dürfen und nur in bestimmtem Maße und aus gutem und einmaligem Grund anberaumt werden sollen. Ebenso häufig führt der Freizeitausgleich anstelle einer Vergütung lediglich dazu, dass sich die zu erledigende Arbeit während der Abwesenheit auftürmt, so dass wiederum nichts gewonnen wird.

Männer und Vollzeitbeschäftigte machen mehr Überstunden

Im Vergleich zwischen Männern und Frauen hat die Studie herausgefunden, dass 4,3 Stunden bei den männlichen Angestellten im Monatsdurchschnitt anfallen, während weibliche Arbeitnehmer 2,1 Überstunden machen. Der Unterschied zwischen Beschäftigten in Vollzeit und in Teilzeit betrüge gemäß der Untersuchung volle drei Stunden: 4,2 Überstunden werden auf Vollzeitarbeitnehmer und 1,2 auf Teilzeitkräfte gerechnet. Die Hochrechnung für das Jahr 2010, auf das sich die IWH-Studie bezieht, ermittelte eine Gesamtzahl von 1,4 Milliarden unbezahlten Überstunden.

Bild:Büro von maiak.info, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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