Kinostart von “Die Hochzeit unserer dicksten Freundin“

25. Oktober 2012 - 14:47 - keine Kommentare

„Die Hochzeit unserer dicksten Freundin“ wird als „Hangover“ für Frauen angekündigt – doch hinter dem brachialen Humor versteckt sich ein cleveres und gut gespieltes Komödien-Drama mit Kirsten Dunst als Brautjungfer, die einsehen muss, dass ihr etwas in ihrem vermeintlich erfüllten Leben fehlt.

Regan, Gena und Katie sind schockiert: „Die Hochzeit unserer dicksten Freundin“ steht an und sie sollen die Brautjungfern für Becky (Rebel Wilson) spielen, einem Mädchen aus ihrer ehemaligen Schule, das sie aufgrund ihrer Rundlichkeit fortwährend gehänselt haben. Die drei selbst sind schlank und attraktiv, beliebt und lassen keine Party aus – doch ausgerechnet das Mauerblümchen wird nun ihren Traumprinzen heiraten. Bei dem Versuch, auch aus ihrem Jungesellinnen-Abschied ein rauschendes Fest zu machen, geht ihnen alles schief und sie bringen sogar die Hochzeit selbst in Gefahr.

Die Hochzeit unserer dicksten Freundin mit Kirsten Dunst

Mit „Die Hochzeit unserer dicksten Freundin“ wird einmal mehr ein Film präsentiert, der durch die eigene Vermarktungsstrategie vom Publikum komplett fehlinterpretiert werden könnte. Dies beginnt bei dem unpassenden, auf Brachialhumor getrimmten deutschen Titel (das Original heißt schlicht „Bachelorette“, also „Brautjungfer“) und endet mit einem Trailer, der die „Hangover“-ähnlichen Eskapaden der drei ausgeflippten Hauptdarstellerinnen in den Fokus rückt – von der eigentlichen Grundaussage der beliebten Party-Girls, denen das fehlt, was ihre mollige Freundin ohne sich verstellen zu müssen besitzt, bleibt im Vorfeld des Films rein gar nichts übrig.

Die Genre-Komödie  widmet sich vielmehr der Nacht vor der Vermählung auf etwas andere Weise, als es vergleichbare Filme der letzten Jahre taten: Zum einen sind es hier die Brautjungfern, denen die Kontrolle über die ausgelassene Feier vor der Hochzeit entgleist, zum anderen werden handfeste, dramatische Fragen aufgeworfen, wenn Kirsten Dunst, Lizzy Caplan und Isla Fisher von einem selbstverursachten Problem ins nächste stolpern und sich über ihr verkorksten Leben bewusst werden.

Hochzeitskomödie mit dramatischen Anklängen

Wobei allerdings auch nicht die gut in Szene gesetzte Dramatik den Film definiert – vielmehr ist es die gelungene Mischung aus reflektiven Momenten und großartigem Humor durch den die Klischee-Figuren eine erstaunliche Tiefe und Ehrlichkeit erlangen und „Die Hochzeit unserer dicksten Freundin“ zu einem Genre-Highlight machen, auf das man sich einlassen muss. Der Debüt-Film von Leslye Headland, die gemeinsam mit Will Ferrell und Adam McKay auch das Drehbuch basierend auf ihrem Theaterstück schrieb, lohnt sich somit auf mehrerlei Weise, wenn er am 25. Oktober 2012 in den deutschen Kinos anläuft.

 
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