Euro-Krise: Mehr Zeit und mehr Geld für Griechenland

25. Oktober 2012 - 10:47 - keine Kommentare

Griechenland könnte mehr Zeit und Geld für die Rettung aus der Euro-Krise bewilligt bekommen: Finanzminister Stournaras erklärte diesen Aufschub von zwei Jahren und bis zu 20 Millionen Euro im griechischen Parlament, während EZB-Chef Draghi und Bundesfinanzminister Schäuble diese Gerüchte nicht bestätigten.

Eine Fristverlängerung um zwei Jahre soll Griechenland für seine Sanierung bewilligt worden sein, wie Finanzminister Stournaras in Athen bekannt gab. Die zusätzliche Zeit zur Rettung aus der Euro-Krise soll zwischen 16 und 20 Milliarden Euro kosten – doch außerhalb des griechischen Parlaments weiß niemand etwas von diesen Plänen. Die Troika, bestehend aus der Europäischen Zentralbank, dem Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission will erst in den nächsten Tagen in einem weiteren Bericht zur aktuellen Lage in Griechenland auf zeitliche und monetäre Neuregelungen eingehen, bislang wurden hingegen die Äußerungen des griechischen Finanzministers dementiert.

Griechenland-Pleite: Aufschub um zwei Jahre

Noch ist zur Rettung Griechenlands nichts entschieden, doch nach dem Besuch des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, im Bundestag wird wieder darüber spekuliert, wie viel mehr Zeit dem Euro-Pleite-Staat zugestanden wird. Während weder Draghi noch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble diese Überlegungen kommentieren wollten, zeigte sich der griechische Finanzminister, Yannis Stournaras, überzeugt davon, eine Verlängerung der Fristen erwirkt zu haben, wie er dem Athener Parlament verkündete.

Zwei Jahre mehr Zeit sollen den Griechen helfen, den 4,5-prozentigen Primärüberschuss zu erreichen, der für das Jahr 2014 anvisiert wurde, sich nun aber bis 2016 verzögern könnte. Ein sogenanntes „Memorandum of Understanding“ soll diese Zugeständnisse gemäß der Zeitung „Handelsblatt“ aus Düsseldorf bestätigen. Zinserlass und Zinslaufzeiten seien davon ebenfalls betroffen, so die bislang unbestätigten Gerüchte.

Bis zu 20 Millionen mehr für Athen

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass den Gerüchten um die Gewährung von bis zu 20 Milliarden zusätzlichen Euro und zwei Jahren mehr Zeit für die Griechenland-Rettung Recht gegeben wird, so müssen zunächst die EU-Finanzminister und auch der Bundestag dem zustimmen. Otto Fricke, Finanzexperte der FDP, glaubt nicht daran, dass es hierfür eine Mehrheit gäbe – gleichzeitig will die Gerüchteküche wissen, dass der Beschluss der erneuten Mittel-Vergabe für die Euro-Krise in Griechenland bereits am 12. November 2012 gefällt werden soll, so denn in Athen die Reformen zur Struktur und die Einsparungen abgesegnet werden.

Bild: Mario Draghi von INSM, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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