Steuerschätzung: 600 Milliarden Euro Steuereinnahmen erwartet

22. Oktober 2012 - 14:02 - keine Kommentare

Die Steuerschätzung kann auf eine Rekordzahl hoffen: 600 Milliarden Euro sollen in diesem Jahr durch Steuereinnahmen in die Kassen von Bund und Ländern fließen. Der sich aus mehreren Steuerquellen speisende Gesamtwert wird vor allem durch die anhaltend gute Beschäftigung gestützt.

Eine vierprozentige Steigerung der Steuereinnahmen war noch im Mai prognostiziert worden, nun hat sich die Zahl in nur neun Monaten auf 5,6 Prozent gesteigert: Bund und Länder könnten 2012 über 600 Milliarden Euro aus allen Steuern einnehmen – in den ersten drei Quartalen sind bereits 403,4 Milliarden Euro in die fiskalen Kassen gespült worden. Besonders im Bereich der Lohnsteuer konnte ein Plus von 11,2 Milliarden (7,6 Prozent) und bei der Umsatzsteuer 16,7 Milliarden (7 Prozent) verbucht werden.

Steuereinnahmen übersteigen geschätzten Wert

Die Experten, die die aktuellen Wert ermittelten, sehen die hohe Beschäftigungsquote in Deutschland als Grund für den Anstieg bei Lohn- und Umsatzsteuer an: Zwischen Januar und August 2012 ist die Anzahl der Erwerbstätigen von 41,44 Millionen auf 41,61 gestiegen, entsprechend konnten auch die Steuereinnahmen vermehrt werden. Der Arbeitskreis Steuerschätzung gab im Mai auf seiner 140sten Sitzung seine Voraussage für das Gesamtjahr noch mit 4,6 Milliarden Mehreinnahmen an, es wird angenommen, dass die Einschätzung auf der zweiten Sitzung für das Jahr 2012 in Frankfurt am Main vom 29. bis zum 31. Oktober mit deutlich höheren Werten aufwarten kann.

Allein im September wurden 4,2 Prozent, entsprechend 50,8 Milliarden Euro, mehr Steuereinnahmen vom Bundesfinanzministerium festgestellt, während im August die Lücke im Haushalt um 3,3 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr auf 4,9 Milliarden gesenkt werden konnten. Während die Mehreinnahmen für August auf 4,1 Prozent kletterten, stiegen  jedoch auch die Ausgaben um 2,2 Prozent.

Steuerschätzung: 5,6 Prozent Mehreinnahmen auf 600 Milliarden Euro

Für das Jahr 2012 wird nun mit einem Haushaltsdefizit von 15,6 Milliarden gerechnet, die Prognosen für 2013 gehen derzeit von Steuereinnahmen in Höhe von 620 Milliarden Euro aus, nach Abzug von 2 Millionen Steuererleichterungen aus dem Gesetz zum Abbau der kalten Progression. Während die Regierungskoalition diese zur Entlastung den Steuerzahlen erlassen will, geht die Opposition davon aus, dass es in einigen Fällen Steuererhöhungen 2013 geben muss, um Kommunen, Bildung, die Energiewende und die Infrastruktur erhalten zu können.

Bild: Steuern von wfabry, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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