Tropische Krankheiten breiten sich in Europa aus

18. Oktober 2012 - 16:35 - keine Kommentare

Mücke

Das Urlauber sich bei Reisen in die Tropen vor den gefährlichen Malaria- und Denguefiebermücken in Acht nehmen müssen ist schon lange bekannt. Doch auch in Europa treten die gefährlichen Überträger der Krankheiten immer wieder auf. So zuletzt auf Madeira.

Auf der kleinen Atlantik-Insel sind erstmals achtzehn Fälle von Dengue-Fieber nachgewiesen worden und bei 191 weiteren Menschen besteht der Verdacht auf die Erkrankung. Der leitende Arzt an der Virusdiagnostik Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, betonte, dass es sich dabei um den größten Ausbruch an Dengue-Fieber in Europa seit dem Jahr 1927 handele.

Ausreichender Insektenschutz

Dengue-Fieber wird durch eine Infektion mit dem Dengue-Virus hervorgerufen und durch den Stich einer Mücke übertragen. Die Krankheit äußerst sich sich durch schwere, grippeähnliche Symptome. In besonders schweren Fällen kann es auch zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen kommen. Wegen der starken Gelenkschmerzen wird die Krankheit auch Knochenbrecherkrankheit genannt. Bislang gibt es gegen die Erkrankung weder eine Impfung noch eine antivirale Behandlung. Der beste Schutz ist immer noch die Vorsorge. Daher empfehlen Experten bei Reisen in betroffene Gebiete an einen effektiven Schutz in Form von Insektenspray und langer Bekleidung zu denken.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Mücken bereits im Jahr 2005 aus den USA eingeschleppt worden seien und jetzt zum Ausbruch gekommen sind. Meistens kommt die Erkrankung in den tropischen Regionen in Südostasien, Karibik und Lateinamerika vor. Besonders auf den beliebten Karibikinseln wie Puerto Rico und der Dominikanischen Republik wurden allein im letzten Jahr mehr als 4000 Erkrankungen mit dem Virus diagnostiziert.

Malariafälle in Griechenland

Dagegen sorgten Malariafälle in Griechenland für große Aufregung. Schon über fünfzig Menschen steckten sich mit der Krankheit an, die von Stechmücken übertragen wird. Auch gab es in Serbien, Kroatien und Italien mehrere Fälle des West-Nil-Fiebers. Grund dafür ist wohl der sehr warme Sommer in Südeuropa gewesen, der einen idealen Nährboden für die Erreger gebildet hat.

Bild: Mücke von Gamma Man, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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