Generalstreik in Griechenland: Protest gegen Sparmaßnahmen

18. Oktober 2012 - 11:36 - keine Kommentare

Die beiden Gewerkschaften Adedy und GSEE haben erneut zum Generalstreik in Griechenland aufgerufen: Zum vierten Mal geht der öffentliche Dienst und der Privatsektor gemeinsam auf die Straßen, um der griechischen Regierung von Premierminister Samaras ihren Protest gegen hohe Einsparungen kundzutun.

24 Stunden lang soll das öffentliche Leben brach liegen: Jeder Wirtschaftszweig ist vom Generalstreik in Griechenland betroffen, vom kleinsten Laden bis hin zu Verwaltungen und Schulen. Der Verkehr, sei es im Falle von Fähren, Taxis oder Flughäfen, liegt lahm, in Krankenhäusern und in Arztpraxen wird sich nur Notfällen gewidmet und Geschäfte haben heute geschlossen. Es ist der vierte Generalstreik in diesem Jahr, der von den beiden Gewerkschaften Adedy und GSEE ausgerufen wurde, und wie die vorangegangenen richtet sich auch dieser gegen das Sparpaket der Regierung.

Streik in Griechenland gegen das Sparpaket

7,8 Milliarden Euro will Premierminister Samaras im nächsten Jahr einsparen, während die Grundbedingung für EU-Hilfen für Griechenland Sparmaßnahmen von 9,2 Milliarden vorsieht. Die beiden Gewerkschaften im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft, in der mehr als zwei Millionen Griechen organisiert sind, bezeichnet die Einsparungen als „Schmerz-Paket“, bei dem vor allem mit Lohnkürzungen um bis zu zwanzig Prozent und Rentenkürzungen in einer Gesamtsumme von fast 5 Milliarden Euro gerechnet werde. Auch soziale und gesundheitliche Bereiche müssen mit Kürzungen rechnen.

Besonders in Athen wurden für den heutigen Streiktag mehrere Demonstrationen angekündigt, die in einem Sternmarsch zum Parlamentsgebäude ziehen sollen. Dort soll eine große Kundgebung die Forderungen der Gewerkschaften klarstellen. Mehr als 4.000 Polizisten sichern derweil die Demonstrationsrouten ab, da die griechischen Protestler bei den letzten Veranstaltungen mit Gewaltakten ihrer Unmutsstimmung Ausdruck verliehen.

Griechenland-Rettung: Gewerkschaften protestieren gegen Kürzungen

Die „Troika“ genannte Gemeinschaft aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds will weiter verhandeln, ein Lösungsansatz wird in den nächsten Tagen erwartet. In Deutschland kursiert währenddessen die Idee eines Sperrkontos, auf das 31,5 Milliarden Euro zur Tilgung der griechischen Kredite eingezahlt werden könnten und auf das die griechische Regierung keinen Zugriff hätte.

Zur Stunde tagt in Brüssel der EU-Gipfel, während dem auch Projektfonds zur Rettung des Euros diskutiert werden. Derweil geht der Generalstreik in Griechenland noch bis zum Ablauf der 24-Stunden-Frist weiter.

Bild:Griechenland von dorena-wm, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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