Armut in Deutschland: 12,8 Millionen Bürger gefährdet

17. Oktober 2012 - 16:53 - keine Kommentare

Eine Haushaltsbefragung des Statistischen Bundesamtes stellt einen neuen Spitzensatz für die Armut in Deutschland vor: 12,8 Millionen Deutsche seien demnach von dem Risiko, in Armut zu geraten, gefährdet, da ihr monatliches Nettoeinkommen mit 952 Euro nur knapp über der Armutsgrenze liegt.

Mit den Ergebnissen aus der Haushaltsbefragung „Leben in Europa 2011“ des Statistischen Bundesamts liegen für das Jahr 2010 neue Zahlen zur Armutssituation in Deutschland vor: Zwar liegen die 12,8 Millionen armutsgefährdeten Bundesbürger noch unterhalb der für die EU errechneten Durchschnittszahlen, doch für die seit 2005 vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Befragungen zur Haushaltssituation stellen sie den bisherigen Spitzenwert dar.

Armutsrisiko in Deutschland: Bundesamt für Statistik gibt Zahlen aus

Armut kann auf vielerlei Weise definiert werden. So geht die Weltbank etwa davon aus, dass als arm diejenigen Menschen gelten, die weniger als einen US-Dollar am Tag zum überleben haben. In Deutschland liegt für Singles die Armutsgrenze bei einem Einkommen von 930 Euro im Monat – die nun vom Statistischen Bundesamt ermittelten Werte von 15,8 Prozent mit durchschnittlichen 952 Euro im Monat, beziehungsweise 11.426 Euro im Jahr, liegen nur geringfügig darüber.

Singles und Alleinerziehende trifft die Armutsgefährdung in Deutschland am stärksten: Mit 36,1 und 37,1 Prozent stellen sie die größten Risikogruppen dar, während im Vergleich dazu Zwei-Personen-Haushalte mit lediglich 11,3 Prozent in die Statistik eingehen. Frauen liegen derweil mit 16,8 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 16,4 Prozent, Männer sind mit 14,9 und Kinder mit 15,6 Prozent in vertreten. Ältere Mitbürger ab 65 Jahren werden mit 14,2 Prozent aufgeführt.

Leben in Europa 2011: Fragebogen ermittelt Armutsrisiko

Der Fragebogen „Leben in Europa 2011“ wurde an 13.512 Haushalte ausgegeben, 24.220 Personen ab 16 Jahren nahmen daran teil. Ihre Angaben zur Einkommenssituation und ihren Lebensbedingungen wurden vom Bundesamt für Statistik auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Bei der ersten Befragung 2005 wurde dabei eine Quote von 12,2 Prozent bei den von Armut bedrohten Einwohnern Deutschlands ermittelt, nun ist sie innerhalb des Bemessungszeitraums von fünf Jahren auf 15,8 Prozent angewachsen.

Bild: Armut von chancenloskampagne, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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