Investor George Soros: Deutschland sollte aus dem Euro austreten

16. Oktober 2012 - 15:11 - 2 Kommentare

Investor George Soros präsentiert einen Vorschlag zur Lösung der Euro-Krise, die so erstaunlich wie brachial ist: Er fordert den Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone. Und tatsächlich könnte sein Vorschlag funktionieren, jedoch wären die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft nicht klar abzusehen.

Für Star-Investor George Soros gibt es nur zwei Möglichkeiten, um die Wirtschaft Europas wieder auf einen guten Kurs zu bringen: Entweder zahlt Deutschland als stärkste Wirtschafsmacht in der Euro-Zone für den Wiederaufbau der Europleite-Staaten – oder tritt aus der gemeinsamen Währung aus. In letzterem Fall prophezeit er für Griechenland und Spanien eine Erstarkung, ohne dass die anderen Staaten finanziell weiter eingreifen müssten. Für Deutschland könnte es ebenfalls positive Auswirkungen geben, doch im schlimmsten Fall könnte es Jahre dauern, bis sich die Wirtschaftskraft von einem Rückgang des Exports herholte, während eine neue Währung in Deutschland zunächst einen schweren Stand auf dem Weltmarkt hätte.

Investor plädiert für Euro-Austritt Deutschlands

George Soros hat schon in der Vergangenheit sich gegen etliche Währungen gestellt: So spekulierte er 1992 gegen das britische Pfund Sterling, um den Wert der Währung, den er für unangemessen hielt, zu senken, ein Jahr später führte er einen ähnlichen Finanzfeldzug gegen die D-Mark. Seine jüngste Forderung kommt dabei nicht von ungefähr: Eine Euro-Zone ohne Deutschland könnte zum einen zum Wertverfall des Euros führen, andererseits aber auch zu dem der Schulden der angeschlagenen Euro-Staaten, wodurch diese ihre eigene Wirtschaft wieder schneller aufrichten könnten.

Mit einem erstaunlichen Gespür für Investitionen und unorthodoxen Finanzaktionen hat sich George Soros im weltweiten Finanzwesen einen Namen gemacht, der von manchen geschätzt und von anderen kritisch gesehen wird. Als einer der ersten erkannte die Möglichkeiten der Hedgefonds und konnte seit den 1980ern in einigen Fällen die Zeichen kommender Krisen nicht nur richtig deuten, sondern auch entsprechend darauf reagieren. Seine Beobachtungen veröffentlicht er regelmäßig und erntet für diese Form finanzieller Transparenz nicht nur Lob.

George Soros: Ambivalent bewerteter Starinvestor

Wie viele der Voraussagen und Ideen von Soros polarisiert auch die Forderung des Euro-Austritts von Deutschland wieder stark. Während der Investor von seiner eigenen Finanz-Philosophie in den letzten Jahren durchaus profitierte und von seinen Anhängern für seinen vorausschauenden Blick und seine guten Einschätzungen gelobt wird, kritisieren ihn seine Gegner wegen seiner oft radikalen und skrupellosen Entscheidungen.

Nebenher entwickelt George Soros neue Finanz-Denkansätze wie etwa der Deregulierung der Finanzmärkte, engagiert sich für Erneuerbare Energien, die Legalisierung von Marijuana und „Reporter ohne Grenzen“ und fordert von den Superreichen, die Hälfte ihres Vermögens für Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden. Er selbst befindet sich an der 22. Stelle der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 19 Milliarden US-Dollar.

Bild: George Soros von World Economic Forum, CC BY – bearbeitet von borlife.

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Kommentare zu Investor George Soros: Deutschland sollte aus dem Euro austreten

Zu diesem Beitrag gibt es 2 Kommentare.

von Stefan Wehmeier am 16. Oktober 2012 - 17:03 Uhr

Die Bundesrepublik Deutschland wird aus der “Europäischen Währungsunion” austreten; aber nicht mit neuem Zinsgeld, sondern mit einer eigenen, konstruktiv umlaufgesicherten Indexwährung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (echte Soziale Marktwirtschaft = freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus):

opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/personliche-freiheit-und-sozialordnung.html

Der “Rest der Welt” wird diesem positivsten aller Beispiele ohne nennenswerte Verzögerung folgen, denn Zinsgeld-Ökonomien (zivilisatorisches Mittelalter) sind gegenüber der Natürlichen Wirtschaftsordnung in keiner Weise konkurrenzfähig:

opium-des-volkes.blogspot.de/2012/09/von-den-drei-verwandlungen.html

von Otmar Wolf am 18. Oktober 2012 - 20:16 Uhr

Deutschland sollte den Euro behalten. MfG

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