Griechenland-Krise: Aufschub für Schuldenabbau gefordert

11. Oktober 2012 - 12:03 - keine Kommentare

Am kommenden Wochenende treffen sich in Tokio der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Christine Lagarde, Leiterin des IWF, plädierte vor der Jahrestagung darauf, dem angeschlagenen Euro-Staat Griechenland mehr Zeit für die Beseitigung der Schuldenlast einzuräumen.

Zwei Jahre, so schätzt IWF-Chefin Christine Lagarde, würde Griechenland benötigen, um die aktuell noch immer anhaltende Wirtschaftskrise zu bezwingen, die Schulden abzubauen und sich mit dem angedachten neuen Haushalt zu arrangieren. Gleiches gelte auch für die anderen unter der Krise leidenden Staaten in der Euro-Zone: Auch Portugal und Spanien sollten von den europäischen Politikern und der Europäischen Zentralbank (EZB) einen genügend großen, zeitlichen Spielraum zugestanden bekommen, um sich und ihre Wirtschaft wieder positionieren zu können.

Griechenland: Schuldenaufschub zur Bewältigung der Eurokrise

Doch mit mehr Zeit für das krisengelastete Griechenland wäre für Lagarde nur ein Teilabschnitt der Wegstrecke zu einem Wiederaufbau des Wirtschaftsstandorts an der Ägäis geschafft: Auch die großen Industrienationen müssten ihrer Ansicht nach stärker um eine Lösung kämpfen, Investitionen tätigen und die Arbeitslosigkeit zurückdrängen. Die Initiative fehle jedoch aufgrund unsicherer Wirtschaftsprognosen. Ein zeitlicher Aufschub für den Schuldenabbau Griechenlands könne nur einhergehen mit einem erhöhten Tempo bei der Bewältigung interner Probleme der größten Volkswirtschaften, USA, Japan, China und Deutschland. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank kommen auf ihrer Jahrestagung in Tokio zwar nicht zusammen, um über die Griechenland-Krise direkt zu beraten, doch findet gleichzeitig auch das G7-Finanzministertreffen statt. Lagardes Forderung nach mehr Zeit für die Griechische Wirtschaft und Politik dürfte auch in diesem Zusammenhang zu sehen sein.

IWF-Chefin Lagarde: Griechenland benötigt zwei weitere Jahre

Der IWF beteiligt sich an der Problemlösung durch Kreditvergabe, Vermittlertätigkeit in Griechenland und einen Teil des Berichts der sogenannten „Troika“, zu der auch die EZB und die EU-Kommission gehören. Die 56-jährige Politikerin und geschäftsführende Direktorin des IWF seit 2011 schloss derweil eine größere Beteiligung am Krisenmanagement der EZB nicht kategorisch aus, betonte jedoch, dass der Währungsfonds nur dann verstärkt auftreten würde, wenn er ein auf ökonomischer Ebene funktionierendes Lösungsprogramm mit entwerfen könne.

Bild: Christine Lagarde von World Economic Forum, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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