Euro-Krise: Prognosen für Griechenland schlechter als erwartet

7. Oktober 2012 - 08:28 - 1 Kommentar

Am Ende der vergangenen Woche hatte Griechenlands Ministerpräsident noch einmal die Hilfsbereitschaft der EU eingefordert, doch diese dürfte angesichts der wirtschaftlichen Lage erheblich geringer ausfallen, als zunächst geplant. Die Schuldenlast des Landes wird im Jahr 2020 deutlich die geforderten 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts übertreffen.

Am kommenden Dienstag wird Angela Merkel zu informativen Gesprächen nach Athen reisen und der zunächst als freundschaftlich geplante Besuch wird nun doch neue Züge erhalten. Hintergrund ist die aktuelle wirtschaftliche Lage in Griechenland, die laut einem Bericht der “Welt am Sonntag” weitaus dramatischer ausfällt, als zunächst angenommen. Nicht nur kurzfristig steht der Haushalt vor großen Finanzlöchern, sondern auch die langfristige Prognose offenbart erhebliche Defizite. Demnach wird Griechenland die geforderte Schuldeneindämmung auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 keinesfalls erreichen. Vielmehr muss die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) damit rechnen, dass der Wert von 140 Prozent übertroffen wird, bei dem die Schulden als nicht mehr tragfähig gelten.

Suche nach kurzfristigen Lösung für Griechenland

Natürlich ist man in Griechenland und der EU bemüht den Austritt aus der Euro-Zone zu verhindern, allerdings werden die Hürden immer höher. Ein drittes Hilfsbpaket für das südeuropäische Land wird es nicht mehr geben, vielmehr wird man das Risiko einer Staatspleite eingehen. Zudem hat EZB-Direktor Jörg Asmussen die Forderungen Griechenlands nach einer Senkung der Zinsen und einer Laufzeitverlängerung für griechische Anleihen abgelehnt. Andere Lösungen mit einer Verlängerung der Schuldenfrist bis zum Jahr 2022 oder gar deren Streichung ist innerhalb der EU umstritten.

Bild:Griechenland von dorena-wm, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Euro-Krise: Prognosen für Griechenland schlechter als erwartet

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von reiner tiroch am 7. Oktober 2012 - 10:56 Uhr

besser als gedacht und schlechter als erwartet hören wir schon seit 5 Jahren. seit Juli 2007 spielen alle politiker Dr. Eisenbart, doktern sinnlos herum, suggeriern uns wie toll sie die Krise im Griff haben und loben sich dafür, aber keiner hat den Mut zu sagen, dass der patient Finanzkrise unheilber ist und kollabierte.

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