Schwarzarbeit: Haushaltshilfen arbeiten häufig illegal

24. September 2012 - 12:04 - keine Kommentare

Minijobs sollen eigentlich die Möglichkeiten der Schwarzarbeit einschränken, doch gerade im häuslichen Sektor, bei Putzstellen und anderen Hilfen im Haushalt, florieren die illegalen Beschäftigungen. Eine Studie zeigt nun die klaffenden Unterschiede zwischen den offiziell gemeldeten Stellen und der tatsächlichen Inanspruchnahme von Haushaltshilfen.

Über vier Millionen Haushalte gaben in einer Forsa-Umfrage an, wenigstens einmal eine Haushaltshilfe beschäftigt zu haben, die nicht angemeldet war – eine Zahl, die im starken Kontrast zu den lediglich 242.743 gemeldeten Minijobbern steht. Diese Form der illegalen Beschäftigung wird jedoch von nur fünf Prozent der Schwarzarbeitgeber als problematisch angesehen: Um Zeit und Geld zu sparen, aus Bequemlichkeit und aus Unwissen werden Haushaltshilfen zu einem überwiegenden Teil in Schwarzarbeit beschäftigt.

Schwarzarbeit: Unangemeldete Haushaltshilfen

Die Gründe für den lapidaren Umgang mit der häuslichen Schwarzarbeit sind vielfältig: Einerseits scheint kein direkt Geschädigter erkennbar, denn die oftmals nur geringen persönlichen Ausgaben für eine Haushaltshilfe werden in der Regel nicht mit den 65 Milliarden Euro in Verbindung gebracht, die als Steuereinnahmen fehlen. Andererseits scheinen die Schwarzarbeitgeber sich auch an den wahrgenommenen Gepflogenheiten ihrer Umwelt zu orientieren und somit kein Problem zu sehen, wenn ein Großteil ihrer Bekannten ähnlich handelt.

Zudem lässt sich mutmaßen, dass eine irregeleitete Form von Gerechtigkeit im unter-der-Hand-bezahlen gesehen wird: Da laut der Forsa-Umfrage 23 Prozent der Schwarzarbeiter im Haushalt aus finanziellem Vorteil nicht angemeldet werden wollen, die Steuer- und Abgabenbelastung prinzipiell als zu hoch angesehen wird und viele das Gefühl haben, das im Kleinen zu tun, was sie in Politik und Wirtschaft im großen Stil wahrzunehmen glauben, scheint die illegale Beschäftigung als nicht sonderlich schwerwiegend.

Illegale Beschäftigungen im Haushalt steigen

Der Querschnitt der Forsa-Umfrage erkennt die typischen Arbeitgeber für illegale Haushaltshilfen als über 60-jährige mit Abitur aus dem Westen Deutschlands, die zudem ein Nettoeinkommen von 2.000 Euro verzeichnen können. Sollten sie bei der Beschäftigung von Schwarzarbeitern erwischt werden, droht ein Bußgeld von 5.000 Euro. Die Illegalität kann jedoch durch eine einfache Anmeldung umgangen werden und sichert zudem steuerliche Vorteile beim Finanzamt für die Arbeitgeber und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Urlaubsanspruch für die Arbeitnehmer.

Bild: Haushaltshilfen von chatirygirl, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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