Sparmaßnahmen in Portugal nach Protesten vor der Aussetzung

23. September 2012 - 08:15 - keine Kommentare

Die Euro-Krise hat sich auch in Portugal deutlich bemerkbar gemacht. Für den Erhalt von finanzieller Hilfe hat sich die Regierung zunächst für drastische Sparmaßnahmen ausgesprochen, die nun aber nach Massenprotesten im Land ausgesetzt werden. Statt dessen sucht man händeringend nach alternativen Lösungen um die Staatsverschuldung zu senken.

Im vergangenen Jahr hatte Portugal Hilfe von der Eu in Höhe von 78 Milliarden Euro erhalten, um die Wirtschaft im eigenen Land zu beleben und die Probleme zu bekämpfen. Bislang haben die Sparmaßnahmen der Regierung auch eine entsprechende Wirkung gezeigt, aber aufgrund der negativen Entwicklung der Arbeitslosigkeit steht man nun vor weiteren Problemen. Der rasante Anstieg der Erwerbslosen hat zu erheblichen Steuerausfällen geführt, die wiederum erneut die Wirtschaft des Landes und das geplante Staatsdefizit in Bedrängnis bringen. Um dem entgegen zu wirken hat sich die Regierung um Pedro Passos Coelho dazu entschlossen die Sozialbeiträge für alle Beschäftigten von elf auf 18 Prozent zu erhöhen. Im Gegenzug sollten die Arbeitgeber deutlich entlastet werden, um Anreize für neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Sparmaßnahmen in Portugal nach Protesten vor der Aussetzung

Dies wiederum hat zu Massenprotesten in Portugal geführt, die sich auch gestern bei den Beratungen der Regierung fortsetzten. Als erste Konsequenz hat man nun beschlossen die geplanten drastischen Sparmaßnahmen auszusetzen und nach entsprechenden Alternativen zu suchen. Nach dem Aufschub durch die Troika von Internationaler Währungsfonds, EU und Europäische Zentralbank bleibt Portugal ein Jahr länger Zeit die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, dennoch müssen kurzfristig neue Ideen her, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Bild: Pedro Passos Coelho von Ordem Tecnicos Contas, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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