Kinostarts der Woche mit dem “Bourne Vermächtnis”

12. September 2012 - 14:55 - keine Kommentare

Bei den Kinostarts in der zweiten Septemberwoche dominieren klar die deutschen Produktionen, sei es in Form von Dokumentationen oder Spielfilmen. Daneben können ein kolumbianischer Thriller, eine serbisch-slowenisch-kroatisch-montenegrisch-mazedonische Komödie und der neue Beitrag der Bourne Reihe im Kino überzeugen.

„Parada“ gilt als einer der erfolgreichsten Filme Serbiens und ist dabei so unbequem wie ambivalent: Der Versuch, eine Gay-Pride-Parade auf die Beine zu stellen, wird von Rechtsradikalen immer wieder zerschlagen, bis der Hochzeitsausstatter Mirko ausgerechnet den homophoben Ex-Soldaten Limun engagiert, um für die Sicherheit zu sorgen. Srdjan Dragojevic verbindet Schwulenklischees mit den tatsächlichen Gefahren im ehemaligen Jugoslawien und baut somit eine Brücke zwischen Humor und Aufklärung.

Andrés Baiz („Satanás“) zweiter Film „Das verborgene Gesicht“ erzählt die Geschichte eines Dirigenten aus Kolumbien, der von seiner Freundin verlassen, sich auf eine neue Liebe einlässt. Was er jedoch nicht ahnt: Seine Freundin hat sich in einem Panic Room in beider Haus eingeschlossen, um ihn zu testen, doch kann sie nun nicht mehr heraus und ihre Zeit beginnt abzulaufen.

Kinostarts diese Woche: Dokumentarfilme aus Deutschland

Hella Wenders widmet sich in „Berg Fidel – Eine Schule für alle“ der Integration von Kindern mit besonderen Hintergründen in einer Grundschule. Der bereits 2011 mit dem „Lüdia“ ausgezeichnete Dokumentarfilm der Nichte von Wim Wenders zeigt anhand von vier Kindern mit unterschiedlicher Herkunft, mit Behinderungen und Eigenheiten die integrative Schulform aus einer sehr persönlichen Sicht.

„Das grüne Wunder – Unser Wald“ von Jan Haft zeigt eine Dokumentation über die Schönheit der Natur direkt vor unserer Haustür. Benno Führmann führt durch die beeindruckenden Bilder, die im weiteren Sinne den Erfolgsformaten aus „Unsere Erde“ und „Unsere Ozeane“ folgen.

Philio Scheffner geht einem alten Geheimnis auf die Spur: „Revision“ deckt die merkwürdigen Umstände zum Tod zweier Rumänen im Jahr 1992 auf, die erschossen in einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern gefunden wurden. Mehr noch als der Kriminalfall erschüttern in diesem Dokumentarfilm jedoch die Zeugenaussagen, die von unbeteiligt von Seiten der Behörden bis zu schockiert von Seiten der Familien reichen.

Deutsche Dramen und Komödien im Kino

Didi Danquart adaptiert mit „Bittere Kirschen“ den Roman „Lenas Liebe“ von Judith Kuckhart: Die Schauspielerin Lena (Anna Stieblich) reist zur Beerdigung ihrer Mutter in ihr Heimatdorf, trifft dort auf einen alten Verehrer ihrer selbst (Ronald Kukulies) und ihrer Mutter (Martin Lüttge) und will herausfinden, warum das Leben der Verstorbenen nicht hätte anders laufen können. Sie fährt nach Auschwitz, wo sie sich Informationen über die Kindheit beider zu erfahren erhofft und wird in rätselhafte Ereignisse der Vergangenheit gezogen. Ein wenig überladen wirkt dieses „melodramatische Roadmovie“, wie die Literaturverfilmung angepriesen wird, oftmals steif interpretiert und in den filmischen Entscheidungen nicht immer ganz nachvollziehbar.

Einen anderen Teil der deutschen Vergangenheit beleuchtet Toke Constantin Hebbeln in „Wir wollten aufs Meer“: Zwei Hafenarbeiter in der DDR wollen ihren Traum von der Seefahrt durch eine Zusammenarbeit mit der Stasi Wirklichkeit werden lassen, doch Gewissensbisse, Misstrauen und das Schicksal verhindern das Vorhaben auf dramatische Weise.

In „Vatertage – Opa über Nacht“ von Ingo Rasper wird der Münchner Rikschafahrer Basti (Sebastian Bezzel) innerhalb weniger Minuten damit konfrontiert, eine siebzehnjährige Tochter zu haben und zudem auch noch Großvater ihres Sohnes Paul zu sein. Mit einer eigensinnigen Mischung aus Genre-Klischees der Sorte „Vater wider Willen“ und cleveren und charmanten Einfällen wird hier eine deutsche Komödie präsentiert, die erstaunlicherweise besser ist, als ursprünglich vermutet werden könnte. In einer Nebenrolle: Heiner Lauterbach als schwuler Opa.

Der neue Bourne Film mit Jeremy Renner und Edward Norton

Für Freunde des Action-Kinos fällt die Kinowoche vom 13. September 2012 eher schwach vertreten aus. Einziger Lichtblick ist hier „Das Bourne Vermächtnis“, der neueste Teil der Robert Ludlum Verfilmungen. Während Matt Damon nicht zur Verfügung stand, entschied man sich, eine Parallelhandlung zum dritten Teil zu vagen und Jeremy Renner („Mission Impossible: Phantom Protokoll“, „The Avengers“) als flüchtigen Superagenten einzusetzen, der von Edward Norton gejagt wird. Eine interessante Idee, die rasant in Szene gesetzt von Regisseur und Drehbuchautor Tony Gilroy, sich nun vollends von den Jason-Bourne-Büchern (zuletzt von Eric van Lustbader fortgeführt) verabschiedet.

 
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