Analphabetismus ein Problem in der EU

7. September 2012 - 09:58 - keine Kommentare

Die Europäische Union beklagt, dass immer mehr EU-Bürger nicht ordentlich lesen und schreiben können. Nach Berechnungen einer Studie von Experten der EU-Kommission ist jeder fünfte Europäer nicht in der Lage, mit ausreichenden Lese- und Rechtschreibkenntnissen seinen Alltag zu bewältigen.

Allein in Deutschland schätzt man die Zahl der Analphabeten auf rund siebeneinhalb Millionen Menschen; die Dunkelziffer liegt sicherlich um einiges höher. Anlässlich des Weltalphabetisierungstages am 8. September setzten sich nun 27 europäische Staaten zum Ziel, bis zum Jahr 2020 den Anteil der fünfzehnjährigen Schüler, die nicht ausreichend lesen können, auf fünfzehn Prozent herunterzuschrauben.

Erhöhtes Armutsrisiko

Die Experten sehen durch die schlechten Lese- und Schreibkenntnisse ein gesteigertes Risiko der betroffenen Menschen in die Armut abzurutschen, wovon die Wirtschaft in großem Ausmaß betroffen ist. Oftmals besäßen diese Menschen eine schlechte Ausbildung, finden keine Arbeit und sind auf Sozialhilfe angewiesen. Angesichts der in Europa herrschenden Wirtschaftskrise kann sich die EU solche brachliegenden Arbeitskräfte nicht leisten.

Konsequenzen in der Förderung

Laut Berechnungen der Sachverständigen würde die EU Billionen von Euro beim Brutteinlandprodukt sparen können, wenn die einzelnen Länder mehr in die Förderung von Grundkompetenzen der Schüler und Schülerinnen investieren würde. Wie die Förderung solcher Schüler aussehen könnte, lieferten die Experten gleich mit: So wollen sie die Klassenverbände verkleinern lassen, mehr Lehrer einsetzen und die Kinder ausländischer Eltern intensiver fördern. Auch attraktivere Bibliotheken mit digitalen Medien sollen die Kinder dazu bewegen, Bücher zu entdecken und dadurch spielerisch an die Sprache herangeführt zu werden.

Bild: Tafel Kreide von dotmatchbox, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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