Obama erhält Unterstützung von Clinton im US-Wahlkampf

6. September 2012 - 11:11 - keine Kommentare

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat seinen demokratischen Nachfolger Barack Obama mit einer Lobrede ins Rampenlicht befördert. Dessen Nominierung zum Präsidentschaftskandidat galt nur noch als Formsache. Über einen genauen Wahlausgang wird dagegen weiterhin gerätselt.

Eine fulminante Rede des früheren Präsidenten Bill Clinton stand im Mittelpunkt des zweiten Tages der National Convention im Bundesstaat North Carolina. Der 66-Jährige, dessen Verhältnis zu Obama oft als gestört in der Vergangenheit bezeichnet wurde, bewies damit uneingeschränkte Loyalität zu seinem Nachfolger im Weißen Haus. Dieser war zuletzt durch schwache Wirtschaftsdaten in die Kritik geraten.

Clinton fordert Kooperation

In seiner Rede lobte er besonders die Zusammenarbeit des aktuellen Präsidenten mit den Republikanern, während diese oft eine Blockadehaltung in vielen politischen Streitpunkten einnehmen würden. Der 51-Jährige setze ”Partnerschaft über Parteilichkeit” und würde selbst mit seinen internen Rivalen ein gutes Verhältnis pflegen. Als Beispiel nannte der 66-Jährige die Präsidentschaftsnominierung 2008, als Obama sich gegen Hillary Clinton durchsetzen konnte und diese trotz eines harten Kampfes später zur Außenministerin nominierte. Mitt Romney, der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, fand nur selten einen Platz in der Ansprache von Bill Clinton. Falls dies allerdings doch einmal der Fall war, so wurde dem Rivalen Obamas Lobbyismus vorgeworfen. Angeblich hätte Romney geplant, das Geld aus Überschüssen der Krankenversicherungen den Konzernen zu geben, während Obama es in einen Gesundheitsfonds investieren wolle.

Ex-Präsident erfreut sich großer Beliebtheit

Weshalb die Rede im Wahlkampf der Demokraten von besonderer Bedeutung war, zeigt eine Umfrage deutlich. Zwei von drei US-Amerikanern haben ein positives Bild von dem 66-Jährigen, der außerdem über hervorragende rhetorische Fähigkeiten verfügt. Während er seine eigenen Erfolge zurückstellte, zeigte er in seinem Vortrag immer wieder die positive Bilanz des aktuellen Präsidenten auf. Dieser würde sich in der schlimmsten Situation befinden, die je ein amerikanische Präsident zu bewältigen hatte. Die Stimmung am zweiten Tag der National Convention blieb prächtig und endete letztendlich in tosendem Applaus, als am Ende der Rede Barack Obama erstmals auftauchte. Eine herzliche Umarmung folgte, während die Demokraten kaum ein Ende in ihrem Jubel fanden. Die Ansprache des aktuellen Präsidenten, der ebenfalls für seine großartigen rhetorischen Fähigkeiten bekannt ist, wird heute folgen.

Zweifel am Wahlausgang

Diese Rede bleibt trotz der lobenden Worte von Bill Clinton ein entscheidender Knackpunkt im Wahlkampf der Demokraten. Zwar scheint Obama einen kleinen Vorsprung in den Umfragen vor seinem Kontrahenten Mitt Romney zu besitzen, doch Restzweifel bestehen selbst bei den größten Optimisten weiterhin. Die Zahl der Wähler, die derzeit zwischen Republikanern und Demokraten schwanken, bewegt sich auf einem konstant hohen Niveau und so gilt der Kampf um das Weiße Haus weiterhin als völlig offen. Die Abstimmung zur Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten findet am 6. November statt.

Bild: Bill Clinton und Barack Obama von U.S Embassy Jakarta, Indonesia, CC BY – bearbeitet von borlife.

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