Deutschlands Exporte brechen ein

3. September 2012 - 16:54 - keine Kommentare

Das größte Auftragsminus seit drei Jahren erwarten Deutschlands Exporteure. Besonders die Industrie beklagt die Finanzkrise und muss Jobs abbauen. Das Zugpferd der deutschen Wirtschaft, der Maschinenbau, leidet dabei überwiegend unter der aktuellen Situation.

Die Euro-Krise und die weltweite Konjunkturflaute belastet die deutsche Industrie weiterhin sehr stark. Besonders im August fielen die Aufträge enorm und besonders die Hersteller von Maschinen, Geräten und anderen Investitionsgütern mussten darunter leiden.

Talfahrt der Wirtschaft hält an

Nun steht der deutschen Wirtschaft aufgrund der anhaltenden Talfahrt das schlechteste Quartal seit drei Jahren bevor. Sogar das Bruttoinlandsprodukt, dass in diesem Jahr um etwa 0,4 Prozent stieg, könnte nun einen negativen Wert erreichen. Die Entwicklung der Wirtschaftsleistung und der Exporte nehmen dabei einen sehr ähnlichen Verlauf. In den ersten beiden Quartalen lagen die Ausfuhren deutlich über den Vorjahreswerten, doch nun scheint sich die positive Tendenz abzukühlen.

Aufträge aus Südeuropa schrumpfen

Die Zahl der Aufträge, die die deutsche Ökonomie erhält, schrumpft zusehends. Besonders Bestellungen aus Südeuropa fallen beträchtlich. Nach Portugal waren die Ausfuhren um über 14 Prozent im ersten Halbjahr gefallen, nach Spanien und Griechenland um jeweils mehr als 9 Prozent. Die Industrie ist, aufgrund der niedrigen Anzahl an Aufträgen, gezwungen Jobs abzubauen. Selbst die Wirtschaftsleistung Chinas, die derzeit die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt darstellt, sinkt seit Monaten.

Einkaufspreise sinken

Die Exportwirtschaft kann sich der nachlassenden Weltkonjunktur nicht entziehen, trotzdem scheint ein Wachstum von drei Prozent im gesamten Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr realistisch. Dadurch betrug der Handelsüberschuss im ersten Halbjahr fast sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Außerdem meldeten die Unternehmen Entlastung infolge der gesunkenen Kostenseite. Insgesamt ebbten die Einkaufspreise erneut ab, trotz des leichten Anstiegs der Kosten für Stahl und Mineralölprodukte. Die Verkaufspreise senkten die Industriebetriebe dagegen ebenfalls sehr stark und erreichten ein Niveau, welches zuletzt im Januar im Jahr 2010 verzeichnet wurde.

Bild: Deutsche Exporte von Last Hero, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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