Mitt Romney sorgt im US-Wahlkampf weiterhin für Aufregung

29. August 2012 - 11:16 - keine Kommentare

Die Republikaner haben ihren Präsidentschaftskandidat endgültig gefunden. In der vergangenen Nacht wurde Mitt Romney mit großer Mehrheit von den Delegierten gewählt und kämpft nun um den Einzug in das Weiße Haus. Viele Wähler dagegen sehen die Kandidatur des 65-Jährigen bisher noch skeptisch.

Das Rennen um das Weiße Haus ist offiziell eröffnet. Auf dem Parteitag der US-Republikaner wurde Mitt Romney zum Herausforderer von Barack Obama gekürt. Er erhielt von den mehr als 2.000 Delegierten eine große Mehrheit und soll am 6. November zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden.

Romney verursacht hitzige Debatten

Ein klares Bild in der Öffentlichkeit gibt es von dem ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts bisher allerdings noch nicht. Während die Republikaner ihn als einen Mann mit hervorragenden menschlichen Fähigkeiten auserkoren, schießt sich das Wahlkampfteam des aktuellen Präsidenten Barack Obama auf den 65-Jährigen ein. Er sei ein Multimillionär mit mangelhafter Steuermoral, würde als Finanzinvestor keine Rücksicht auf Arbeitnehmer zulassen und zeigt auch als Politiker wenig Rückgrat.

Traum des Vaters verwirklichen

Bereits sein Vater, George Romney, bemühte sich 1968 um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, blieb dabei jedoch erfolglos. Sein Sohn ist ihm nun bereits einen Schritt voraus, hat jedoch sein großes Ziel noch lange nicht erreicht. Mitt Romney wuchs in noblen Verhältnissen auf, da sein Vater ein erfolgreicher Automobil-Manager war. Der republikanische Präsidentschaftskandidat ist bereits seit jungen Jahren bekennender Mormone und hält die puritanischen Werte ein. Diese fordern unter anderem den Verzicht auf Alkohol, sowie ein besonders enges Familienleben ein.

Kalter Kapitalist oder Mann mit großem Herzen?

Mitt Romney, der auch Vater von fünf Kindern ist, konnte bereits oftmals durch soziales Engagement Menschen in Notsituationen helfen. Er spendete zum Beispiel einen Teil seines Einkommens an Glaubensbrüder. Trotzdem halten ihn viele US-Amerikaner für einen kalten Kapitalisten. Schuld daran ist Barack Obama und sein Wahlkampfteam, die immer wieder versuchen eben jenes Bild von dem 65-Jährigen publik zu machen. Anlässe zu solchen Anschuldigungen liefert Romney genug, schließlich kauft seine gegründete Investmentfirma angeschlagene Unternehmen auf und schreckt bei der Sanierung vor Entlassungen nur selten zurück. Des Weiteren bezahlte der Präsidentschaftskandidat trotz eines Vermögens von knapp 200 Millionen Euro im Jahr 2010 lediglich einen Steuersatz von 14 Prozent. All dies sind Fakten, die den Demokraten, aber auch vielen Wählern ein Dorn im Auge sind.

Politische Haltung verschwommen

Auch bei politischen Fragen wirft der 65-Jährige regelmäßig Fragen auf. Als Manager der Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City erarbeitete er sich eine Menge Respekt und wurde auch deshalb ein Jahr später zum Gouverneur von Massachusetts gewählt. Doch in vielen strittigen Punkten der amerikanischen Politik nimmt er verschwommenen Haltungen ein. Bei den Themen Abtreibung und Homosexuellenrechte nahm er einst moderate Positionen ein, zeigte sich im bisherigen Wahlkampf jedoch als konservativer Hardliner. Auch bei vielen aufkommenden Fragen in Sachen Gesundheits- und Klimapolitik ist ein klarer Standpunkt Romneys nur schwer auszumachen. Der Präsidentschaftskandidat hat nun noch etwas mehr als einen Monat Zeit, um die skeptischen Meinungen ihm gegenüber abklingen zu lassen. Sollte ihm dies nicht gelingen, scheint ein Erfolg bei der Wahl am 6. November gegen den beliebten Präsidenten Barack Obama ausgeschlossen zu sein.

Bild: Mitt Romney von WEBN-TV, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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