Prämien-Debatte vor Start der Paralympics 2012

28. August 2012 - 11:56 - keine Kommentare

Am Mittwoch beginnen in London die Paralympics 2012. Die Spiele der Behindertensportler besitzen mittlerweile ein großes mediales Interesse. Das deutsche Team peilt in der Medaillenwertung einen Platz unter den ersten zehn an, reist allerdings mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in die britische Hauptstadt.

Die Vorfreude auf die 14. Paralympischen-Sommerspiele ist groß, doch im Vorfeld wurde trotzdem starke Kritik gegenüber der Deutschen Sporthilfe laut. Die Sportler fordern Gleichberechtigung mit den nicht behinderten Athleten. Zwar gab es nun eine Erhöhung der Medaillenprämien, doch den Stellenwert den der Behindertensport in unserem Land verdient, konnte er immer noch nicht erlangen, so die Meinung vieler deutscher Paralympics-Teilnehmer.

7500 Euro für Gold

60 bis 70 Prozent gab der Behindertensport als Wunsch aus. Gemeint ist der Anteil, den die Paralympics-Medaillengewinner aus Deutschland im Vergleich zu den nicht behinderten Sportlern erhalten. Am Ende wurde die Forderung nicht erfüllt, doch zumindest eine Erhöhung der Prämien konnte durchgesetzt werden. 7500 Euro für Goldmedaillen gibt es jetzt. Dies sind 50 Prozent der Prämie, die unter anderem Robert Harting, Michael Jung und Sebastian Brendel vor einigen Wochen durch ihren Olympiasieg erhalten haben. Trotz der Erhöhung der Prämien zeigen sich viele Behindertensportler aus Deutschland enttäuscht.

Gleichberechtigung gefordert

„Das können sie sich sparen, so lange es nicht 15.000 Euro sind“, sagte zum Beispiel der viermalige Paralympics-Goldmedaillengewinner Wojtek Czyz. Er sieht keine Anerkennung der Leistungen von Behindertensportlern und fordert Gleichberechtigung zwischen allen Athleten. Doch selbst die jetzige Aufstockung der Prämien konnte nur durch Gelder der Deutschen Fußball Liga mit der Bundesliga Stiftung ermöglicht werden. Eine weitere Erhöhung, geschweige denn eine Gleichsetzung auf 15.000 Euro für jede gewonnene Goldmedaille bei den Paralympics, wird deshalb vehement ausgeschlossen. Lediglich die Wut im Bauch vieler Teilnehmer im Vorfeld der Spiele der Behindertensportler in London steigt damit weiter an.

Hohes mediales Interesse

Das mediale Interesse der Paralympics wächst dagegen enorm, denn alleine auf den öffentlich-rechtlichen Sendern werden fast 70 Stunden übertragen. Die Spiele der Behindertensportler etablieren sich somit als sportliches Großereignis. Ziel der deutschen Mannschaft wird es sein, mehr Medaillen als 2008 in Peking, also mindestens 60, zu gewinnen und einen Platz unter den ersten zehn in der Medaillenwertung zu belegen. Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier wird die blinde Schwimmerin Daniela Schulte sein. Auch ein neuer Rekord ist jetzt bereits aufgestellt, denn es werden insgesamt etwa 4200 Sportler aus 165 Nationen vertreten sein. 503 Wettkämpfe werden bei den Paralympics 2012 ausgetragen, die bis zum 9. September andauern.

Bild: Paralympics 2012 von Stuart Grout, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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