Jugendlicher Auftragsmord nach Schikanen auf Facebook

23. August 2012 - 12:26 - keine Kommentare

Die Debatte um eine reglementierte Internetnutzung ist wieder in vollem Gange seitdem ein Auftragsmord unter Jugendlichen die Niederlande verstörte. In Arnheim stehen jetzt die Jugendlichen vor Gericht, die nach Cyber-Mobbing-Attacken auf Facebook den Mord an eine gleichaltrige Schülerin in Auftrag gaben.

An jenem grauen Morgen im Januar diesen Jahres geschah die Tat. Der 14-jährige Jinhua K. machte sich auf den Weg nach Arnheim und klingelte an der Tür der 16-jährigen Joyce. Als diese die Tür öffnete stach Jinhua mit einem Messer auf das Mädchen ein und tötete sie. Ihr Vater versuchte einzugreifen und zog sich ebenfalls Verletzungen zu. Jetzt befasst sich die ganze niederländische Gesellschaft mit den Hintergründen Tat.

Mord als Buße für Kommentar auf Facebook

Denn bei der Tat handelte es sich nicht nur um einen Auftragsmord unter Jugendlichen sondern es ging diesem mehrmonatiges Mobbing im Internet voran. Speziell auf der Facebook-Seite hätten sich Joyce und ein anderes Mädchen namens Polly W. bekämpft. Dabei hätte die getötete Joyce Geschichten über Polly veröffentlicht, die diese als beleidigend empfunden hätte. Daraufhin beauftragten Polly und ihr 17-jähriger Freund Wesley C. den erst 14-jährigen Jinhua mit dem Mord an ihrer Rivalin. Jinhua kannte wohl sein Opfer von Partys und wurde von den Auftraggebern unter Druck gesetzt: Wenn er die tat nicht begehe, würde er selbst sterben.

Soziale Medien wieder diskutiert

Für Aufsehen sorgt der Fall wegen der Brutalität der Jugendlichen und weil der Fall öffentlich stattfindet und verfolgt werden kann. Laut Richter und Gutachter sei es für die Öffentlichkeit wichtig, die Umstände des Mordes zu erfahren und zu erläutern, inwiefern das Internet beziehungsweise Facebook einen Einfluss auf die Tat hatte. Viele Eltern machen sich seit langem Gedanken über die Gefahren des Internets und insbesondere der Nutzung von Chatrooms. Wie die Tat in den Niederlanden gezeigt hat, scheint die Anonymität des Internets die Jugendlichen zu Schikanen und Stalken und anderen Bloßstellungen zu verführen.

Bild: Facebook von GOIABA(goiabarea), CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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