Kinostart von “Total Recall”: Remake mit Colin Farrell

21. August 2012 - 14:03 - keine Kommentare

Regisseur Len Wiseman bringt Colin Farrell in eine Zukunft, in der das Gedächtnis nicht das eigene sein muss: „Total Recall“ kommt als Remake des Verhoeven-Klassikers mit Kate Beckinsale, Jessica Biel, Bill Nighy und Bryan Cranston in die Kinos.

22 Jahre ist es her, dass Paul Verhoeven („RoboCop“, „Starship Troopers“) sich mit Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Michael Ironside und Ronny Cox zusammentat, um die Kurzgeschichte „Erinnerungen en gros“ („We Can Remember It For You Wholesale“) von Philip K. Dick als Actionknaller zwischen bissig-cleverer Satire und stumpfer Hau-drauf-Unterhaltung zu inszenieren. Nun ist „Underworld“-Regisseur Len Wiseman angetreten, um ein Remake von „Total Recall“ zu schaffen, ohne Arnie und ohne Mars, dafür aber mit Colin Farrell, und bei der Gelegenheit Buchvorlage und erste Adaption zu referenzieren, während eine prinzipiell neue Geschichte erzählt wird.

Total Recall: Remake von Underworld-Regisseur

In der Zukunft ist ein Großteil der Erde zerstört, während sich in London die Wirtschaft und das Finanzwesen tummelt. Der Kanzler der Vereinigten Föderation Britannien, Vilos Cohaagen (Bryan Cranston, „Breaking Bad“) lässt eine Roboterarmee bauen, die den Rebellen aus der Kolonie, das ehemalige Australien, den Garaus machen soll. Der einfache Arbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) schraubt diese Automaten zusammen und beschließt eines Tages, sich zur Firma REKALL zu begeben, um sich Erinnerungen einpflanzen zu lassen. Dort entdeckt man, dass er in Wirklichkeit ein Spion Cohaagens ist, seine Frau Lori (Kate Beckinsale) seine Partnerin, die auf ihn aufpassen soll, und ein großes Komplott die Freiheitskämpfer ein für alle Mal vernichten soll. Quaid, der möglicherweise vielleich eigentlich Hauser heißen könnte, schließt sich der Resistance unter Melina (Jessica Biel) und Matthias (Bill Nighy) an, um Cohaagen aufzuhalten und sein wahres Gedächtnis wiederzuerlangen.

Wer sich noch an den Schwarzenegger-Reißer erinnert, wird geballte Action und markige Sprüche vor dem geistigen Auge und im Ohr haben – die Erinnerung an die interessanteren Fragen der eigenen Identität und inwieweit man seinem Gedächtnis trauen kann (ohnehin bei Verhoeven im Vergleich zu Dick eher marginal behandelt), könnten seitdem verblasst sein. Und auch der neue „Total Recall“ wird sie nicht unbedingt wieder hervorlocken, da die Unsicherheit der eigenen Realität kaum eine Rolle spielt oder zumindest unter dem Sturm von computergenerierten Effekten und lautem Action-Spektakel untergeht.

Colin Farrell tritt in Arnold Schwarzeneggers Fußstapfen

Dummerweise ist dieses Mal aber eben kein Arnie mit an Bord und so müssen die actionerprobten Colin Farrell und Kate Beckinsale alleine gegen die Kampfdroiden bestehen, wobei vor allem Beckinsale eine gute Figur macht und kaum überfordert wird. Farrell hingegen vermag trotz Dauer-Hundeblicks weder die Action voranzutreiben, noch die Verwirrung von Quaid/Hauser auf den Punkt zu bringen, während Regisseur und Beckinsale-Ehemann Wiseman sich dringend viel Mühe gibt, um einerseits den Verhoeven-Film zu zitieren und den bisherigen Philip K. Dick Verfilmungen von „Blade Runner“ bis „Minority Report“ zu huldigen.

Das „Total Recall“ Remake läuft in den deutschen Kinos am 23. August 2012 an.

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