Zehn Jahre Hartz IV

16. August 2012 - 14:38 - keine Kommentare

Zehn Jahre nach der Hartz IV-Reform unter Gerhard Schröder ziehen die Politiker Deutschlands Bilanz. Was haben uns die Reformen gebracht, wurden die angestrebten Ziele erreicht. Dabei stehen die Neugestaltungen von Peter Hartz für radikale Sozialreformen.

Vor zehn Jahren ging eine Welle der Entrüstung durch Deutschland als der damalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Peter Hartz seine nach ihm benannten Reformen vorstellte. Wie könne eine links geführte Regierung diese Politik unterstützen, hieß es.

Kindheit in einfachen Verhältnissen

Peter Hartz wuchs ebenso wie Gerhard Schröder in kleinen Verhältnissen im Saarland auf. Von klein auf lernte er, wie wichtig es ist, durch seine Arbeit die Existenz zu sichern und nicht auf Almosen angewiesen zu sein. Auf dem zweiten Bildungsweg wurde er Betriebswert und entrückte immer mehr seiner Herkunft, vergaß jedoch nie, wo er herkam und was den kleinen Mann bewegte und setzte die Interessen als Gewerkschafter dieser durch.

Hartz IV-Reformen

Als dann Anfang der Jahrtausendwende mehr als fünf Millionen Menschen ohne Arbeit waren, wurde er von Gerhard Schröder in sein Kabinett geholt und boxte seine Arbeitsmarktreformen durch. Von da an waren Begriffe wie Ich-AG’s, Mini-Jobs und Jobzentren in aller Munde. Vollbeschäftigung sei das Ziel und jeder, der arbeiten kann und vom Staat Arbeit angeboten bekommt, sollte diese auch annehmen. Zehn Jahre später ist das deutsche Jobwunder weltbekannt und wird fleißig als Beispiel für sinnvolle Arbeitsmarktreformen verwendet. Die Zahl der Arbeitslosen fiel auf auf unter zwei Millionen.

Die Kehrseite der Reformen

Jedoch stecken seit den Hartz IV-Reformen auch immer mehr Menschen in unsicheren Zeitarbeitsverträgen, verrichten sogenannte Minijobs und leben am Existenzminimum. Dazu benötigen sie nicht zuletzt auch Hartz IV-Zuschüsse, um über die Runden zu kommen trotz Arbeit, fallen jedoch aus den Arbeitslosenstatistiken heraus – genau wie von der Regierung gewollt. Allein in den letzten zehn Jahren sind so 1,5 Millionen mehr Menschen auf stattliche Sozialleitungen angewiesen und das trotz Arbeit.

Bild: Gerhard Schröder von Das blaue Sofa, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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