Atomunglück von Fukushima führte zu Genmutationen

15. August 2012 - 11:59 - keine Kommentare

Ein Jahr nach dem Reaktorunglück in Fukushima zeigen sich langsam die Auswirkungen. Offenbar hat der Unfall zu erheblichen Störungen im Erbgut von Tieren geführt. So haben jetzt Wissenschaftler zahlreiche Mutationen und Missbildungen bei Schmetterlingen beobachten können.

Die Katastrophe in Fukushima am 11. März 2011 gilt als größter Atomunfall seit Tschernobyl. Welche Auswirkungen ein nuklearer Unfall auf die Pflanzen- und Tierwelt haben, konnten jetzt Forscher der Universität Ryukyu in Okinawa nachweisen. In der Umgebung des ehemaligen Atomkraftwerkes wurde nicht nur eine erhöhte Radioaktivität festgestellt sondern auch erhebliche Missbildungen bei den Schmetterlingen wie verkümmerte Augen oder geschrumpfte Flügel. Diese Störungen des Erbgutes wirken sich demnach noch auf die Nachkommen der Schmetterlinge aus. Dabei wurden die Missbildungen von Generation zu Generation übertragen.

Schmetterlings-Nachfahren mutieren stärker

Die Wissenschaftler beobachteten in einem Labor die Schmetterlingsart Zizeeria maha, die im Larvenstadium der radioaktiven Strahlung ausgesetzt war. Diese entwickelten im Anschluss Mutationen wie Deformationen und Flügelmissbildungen. Deren Nachkommen wiederum mutierten ebenfalls zu etwa 18 Prozent und in der dritten Generation stieg die Missbildung gar auf 34 Prozent an.

In der freien Natur waren die Mutationen sogar noch größer. Sechs Monate nach dem Reaktorunglück wiesen 52 Prozent der Nachfahren Missbildungen auf. Damit haben die Wissenschaftler bewiesen, dass die in Fukushima freigesetzte radioaktive Strahlung um ein vielfaches höher war als angenommen wurde beziehungsweise gut für die Pflanzen- und Tierwelt war. Allerdings machen die Forscher im gleichem Atemzug darauf aufmerksam, dass diese Studien keine Schlüsse auf eventuelle Missbildungsraten bei Menschen zulassen würden.

Bild: Reaktoranlage von springfeld, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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