Ernte-Ausfall beim Weizen: Getreide-Krise durch Dürre

7. August 2012 - 13:36 - keine Kommentare

Seit mehreren Wochen werden die Getreide-produzierenden Regionen von einer ausgedehnten Dürre-Phase belastet. Nach den USA, Kasachstan und der Ukraine vermeldet nun auch Russland, dass der erwartete Weizen-Ertrag in diesem Jahr nicht dem Bedarf entsprechen wird.

Maximal 80 Tonnen Getreide werden russische Bauern in diesem Jahr ernten, lediglich rund 10 Tonnen hiervon sind für den internationalen Markt bestimmt, während der Rest den Eigenbedarf Russlands decken muss. Zu diesem Ergebnis kommt der Vize-Premier Arkadij Dworkowitsch und sein Kollege Vizeagrarminister Alexandr Tschernogorow rechnet mit noch niedrigeren Zahlen, die seiner Befürchtung nach ausschließlich für die russische Bevölkerung ausreichen könnten. Bei diesem Ernte-Ausfall in Russland drohen der Ausfuhrstopp und eine Preissteigerung für Weizen am Weltmarkt.

Ernte-Ausfall in Russland: Millionen Hektar verbrannt

Ein Grund für die Getreide-Krise ist die langanhaltende Dürre, durch die mehr als fünf Millionen Hektar Saatgut vernichtet wurden. Allerdings konnten ein milder Winter und ein fast regenfreier Frühling ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, dass russische Bauern derzeit mit einem Ernteausfall rechnen müssen, der sich bedenklich an das Rekordtief vor zwei Jahren annähert. Im Jahr 2010 beliefen sich die Erträge auf nur wenig mehr als 60 Millionen Tonnen, Russland reagierte mit einem strikten Verbot für den Export von Getreide.

Diese Maßnahme, um den Inlandsverbrauch zu decken, führte jedoch auch zu einem enormen Anstieg der Getreidepreise und zur Notwendigkeit von Unterstützungsgeldern an die Getreidebauern in Millionenhöhe. Die Gefahr, dass sich dieses Szenario wiederholen könnte, wird lediglich durch das eingelagerte Getreide aus dem letzten Jahr gebremst und die Tatsache, dass Russlands Interessen auf dem Weltmarkt und mit der Welthandelsorganisation auch eng mit der Einfuhr von Produkten verbunden ist, die mit auf dem russischen Weizenexport basieren, Milch und Fleisch etwa.

Dürre treibt Getreide Preise hoch

Der derzeitig angenommene Getreidebedarf liegt ein wenig höher als die erwartete Getreideproduktion. Und das nicht nur in Russland: Auch die USA haben in diesem Jahr mit einer Trockenzeit zu kämpfen. Nach den USA und Australien kommt Russland an dritter Stelle der Exporteure von Getreide und im Zuge der Dürre-Krise ist der Preis für Weizen um die Hälfte in nur etwas über einem Monat gestiegen.

Bild:Weizen von Daniel Wehner, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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