Wachsende Weltbevölkerung: Gipfel zur Familienplanung in London

18. Juli 2012 - 14:08 - keine Kommentare

Jeden Tag werden 227.000 Menschen geboren, die Weltbevölkerung hat die 7 Milliarden Grenze überschritten. Der Londoner Gipfel zur Familienplanung hat nun die Investition von mehr als viereinhalb Milliarden Dollar beschlossen, die zur Aufklärung in Entwicklungsländern und für Verhütungsmittel bereit gestellt werden.

Am 11. Juli 2012 fand der „London Family Planning Summit“, der Gipfel zur Familienplanung unter der Organisation der Bill & Melinda Gates Stiftung und dem britischen Department for International Development (DFID – Ministerium für internationale Entwicklung) statt. 4,6 Milliarden US-Dollar wurden in diesem Rahmen zusätzlich für Aufklärung und Verhütungsmittel für 120 Millionen Frauen in den ärmsten Ländern der Welt bis 2020 von den Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Agenturen und Projekten beschlossen.

Londoner Familienplanungsgipfel: Finanzhilfe für Verhütungsmittel

Die Problematik der steigenden Weltbevölkerung wird unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet. So hält sich die Meinung bereits seit fast vierzig Jahren, dass die Entwicklung des Landes auch zu einer Stabilisierung des Bevölkerungswachstums führen würde, während andere Faktoren im Einfluss der religiösen Organisationen in Entwicklungsländern, in der dortigen Tradition und in sozialen Aspekten zu suchen sind.

In vielen betroffenen Ländern sind die alten Strukturen noch sehr einflussreich, so dass kinderreiche Familien als besonders erstrebenswert angesehen werden. Kinder sollen weiterhin eine Form der Altersabsicherung darstellen, während aber die Kindersterblichkeit hoch und das Durchschnittsalter niedrig ist. Auf dem Gipfel in London wurde festgestellt, das 80 Millionen Frauen jährlich ungewollt schwanger werden und viele Frauen in den Entwicklungsländern gerne verhüten würden, aber unter sozialen und religiösen Druck diese Entscheidung nicht alleine treffen dürften.

Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern: Geburtenkontrolle wird abgelehnt

Der Präsident von Nigeria, Goodluck Jonathan, denkt öffentlich über die Schaffung von Gesetzen zur Geburtenkontrolle in seinem Land nach. Der westafrikanische Staat sieht sich mit der Möglichkeit eines sprunghaften Anstiegs seiner Bevölkerungsdichte bis zum Ende des 21sten Jahrhunderts konfrontiert. Jonathans gedankliche Anlegungen an aus China bekannte staatliche Maßnahmen zur Familienplanung stießen in Nigeria auf lautstarke Ablehnung besonders aus religiösen Lagern.

Die derzeitige Weltbevölkerung hat die Grenze von 7 Milliarden bereits überschritten, bis 2050 werden schätzungsweise über 9 Milliarden Menschen leben. Die armen Länder der Erde, besonders in Afrika, tragen schon jetzt den größten Anteil an diesen Zahlen.

Bild:Weltbevölkerung von hdptcar, CC BY – bearbeitet von borlife

 
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