Konsumklima in Europa sinkt – Deutschland bildet die Ausnahme

17. Juli 2012 - 14:07 - keine Kommentare

Das Marktforschungsunternehmen der GfK Gruppe hat in einer neuen Umfrage zum Konsumklima ermittelt, dass die Anschaffungsneigung der Verbraucher in der EU in unterschiedlichen Graden abgenommen hat. Eine Ausnahme bildet dabei Deutschland, während auch hierzulande die Konjunkturerwartungen sinken.

Das Konsumklima sieht im Zuge der Eurokrise für die europäischen Staaten weiterhin nicht positiv aus. Besonders die Verbraucher in den stark angeschlagenen Länder der Eurozone Spanien, Italien und Griechenland haben derzeit wenig Hoffnung in einen Konjunkturaufschwung und die Entwicklungen des Euro-Rettungsschirms. Hier wird weder mit günstigen Veränderungen des Einkommens, noch der Kaufkraft oder der Arbeitsmarktsituation gerechnet. Die Anschaffungsneigung nimmt entsprechend weiter ab.

Konsumklima: GfK Umfrage ermittelt verringerte Anschaffungsneigung

Für die deutschen Verbraucher gehen hingegen die Indikatoren-Punkte für den Konsum in der GfK Umfrage nach oben: Während auch hier die Entwicklungen der Eurokrise skeptisch und argwöhnisch beobachtet werden, scheint das Vertrauen in die eigene Kaufkraft höher zu sein, als der Glaube an die Finanzwelt. In ihrer Einschätzung des Umfrageergebnisses kommt das Marktforschungsunternehmen zu dem Schluss, dass in Deutschland derzeit lieber in materielle Güter mit anhaltendem Wert zu investieren, als ihr Geld bei Banken oder der Börse anzulegen.

Auch stellt die GfK fest, dass ein Anstieg der Beschäftigungszahlen sowie der Löhne im Zuge von Tarifverhandlungen ein positiveres Konsumklima in Deutschland begünstigen. Gleichzeitig wird festgehalten, dass auch hier befürchtet wird, bald einen Finanzdruck aufgrund der Bankenkrise und der Situation in anderen EU-Ländern zu spüren.

Umfrage; Kaufkraft in Deutschland wird positiv bewertet

Das Marktforschungsunternehmen führt ihre Konsumklima-Befragung seit einiger Zeit auch für die USA durch und sieht hier einen anderen Umgang mit der Krise. Im Gegensatz zu den europäischen Verbrauchern scheinen die Konsumenten in den Vereinigten Staaten einen positiveren Eindruck der eigenen Wirtschaft zu haben und tendieren dazu, mehr Kredite aufzunehmen, wodurch auch die Bewertungspunkte ihrer Anschaffungsneigung steigen.

Die Einkommenserwartung in Deutschland ist derweil auf über 40 Punkte gestiegen, die Anschaffungsneigung auf fast 33. Ein weiterer Grund mag im Rückgang der Inflation liegen, wodurch die Lebenshaltungskosten sanken. Für die Konjunktion (3 Punkte) sehen die deutschen Verbraucher die Zukunft aber ebenso schwierig wie die Wirtschaft, da die Exporte auch maßgeblich von der Kaufkraft der Staaten der Eurozone abhängen.

Bild:Euro Zypern von dr. friendly, CC BY – bearbeitet von borlife

 
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