Krokodil in Schwandorf war nur ein Biber

17. Juli 2012 - 10:22 - keine Kommentare

Nach einer spannenden Woche mit 70 Mann hohen Polizeieinsätzen, Hubschraubern und 3.700 Fotos, wurde das vermeintliche Krokodil aus dem Mittleren Klausensee als Biber identifiziert. Nach einer Reihe von Meldungen durch Spaziergänger und Badegäste wurde der See systematisch durchsucht.

Eine Woche voller Aufregungen und einer ungewöhnlichen Suchaktion ging in Schwandorf mit einer ernüchternden Erkenntnis vorüber: Das im Mittleren Klausensee vermutete Krokodil wurde nach der Auswertung von mehr als dreieinhalbtausend Fotos nun als Biber deklariert. Zeitweilig hatten sechs Suchtrupps und siebzig Einsatzkräfte nach dem mutmaßlichen Reptil im See Ausschau gehalten.

Krokodil in Oberpfälzer See: Suchaktion findet keine Spuren von Klausi

Am Samstag, den 07. Juli 2012, wurde ein Spaziergänger am Mittleren Klausensee bei Schwandorf zum ersten Male auf das merkwürdige Geschöpf im Wasser aufmerksam, zwei Tage später meldete eine Schwimmerin dann ebenfalls eine Begegnung mit einem großen Tier, von dem sie eine Kratzwunde davon trug. Der Grundstein für die Geschichte vom Krokodil von Schwandorf war gelegt und auch wenn kaum jemand wirklich an die Existenz eines Krokodils im Mittleren Klausensee glaubte, wurden die Meldungen zumindest so ernst genommen, dass die Wasserwacht, die Feuerwehr und die Polizei von Schwandorf in der Oberpfalz eine Woche lang, vor allem nachts, nach dem Reptilien-Phantom fahndeten.

Für den Klausensee, der auch den Ansporn für den Spitznamen „Klausi“ der unentdeckten Panzerechse gab, wurde vorsichtshalber ein Badeverbot ausgesprochen. Für die Behörden von Schwandorf war die Reptilien-Rasterfahndung bereits die zweite ihrer Art innerhalb von fünf Jahren: Damals war eine ebenso erfolglose Jagd nach einem Krokodil-Alarm im gleichen Landkreis, jedoch im Grünen See bei Schwarzenfeld, durchgeführt worden.

Reptilien-Suche im Mittleren Klausensee bei Schwandorf

Während es sich bei der gesamten Suchaktion eher um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelte, hat sie auch ganz handfeste Auswirkungen. Die Badegäste blieben nicht nur dort fern, wo das Krokodil von Schwandorf vermutet wurde, sondern auch am benachbarten Naturfreibad Klausensee. Das kostenpflichtige Schwimmbad ist durch seine hervorragende Wasserqualität bekannt und bietet auch Nichtschwimmerbereiche und Wassersportmöglichkeiten, doch obwohl hier kein Badeverbot bestand, blieben die Besucher in der letzten Woche aus.

Nachdem das Krokodil „Klausi“ nun wohl doch eher ein Biber war, sollte sich dies aber wieder ändern, wenn Ruhe in die Oberpfalz einkehrt.

Bild:Krokodil von tiegeltuf, CC BY – bearbeitet von borlife

 
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