Wohnungsnot in fünf Jahren: Bauminister fordert mehr sozialen Wohnungsbau

9. Juli 2012 - 13:48 - keine Kommentare

Steigende Mietpreise und ein Rückgang der Sozialwohnungen wird gemäß einer Studie des Pestel Instituts in fünf Jahren zu einer Wohnknappheit um 400.000 Wohnungen führen. Bauminister Peter Ramsauer spricht sich daher für eine vermehrte Förderung des sozialen Wohnungsbaus aus.

Die Bevölkerung nimmt ab, freie Wohnungen werden in den Großstädten jedoch immer weniger. Ein Grund ist der Trend zu Singlewohnungen und zum getrennten Wohnen bei Paaren, ein weiterer ist die Entwicklung und Sanierung bestehender Objekte zu Luxuswohnungen gerade in Szenebezirken bei abnehmenden Zahlen für Neubauten. Die Wohnsituation für preiswertere Wohnungen wird sich laut einer Studie des Pestel Instituts bis 2017 zu einer Verknappung um 400.000 Objekte entwickeln – Peter Ramsauer (CSU) ruft daher die Bundesländer auf, den sozialen Wohnungsbau zu fördern.

Studie zur Wohnknappheit: 400.000 Wohnungen könnten fehlen

Der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bemängelt vor allem in den aufstrebenden Wirtschaftszentren der Metropolen die Mietpreisentwicklung: Bei immer weniger Wohnobjekten und steigenden Mietpreisen in Städten wie Berlin, Hamburg, München, aber auch der Rhein-Main-Region läge für finanziell schlechter gestellte Mieter die Chance in einer gesteigerten Investition in den sozialen Wohnungsbau. Derzeit werden 518 Millionen Euro jährlich vom Bund hierfür zur Verfügung gestellt.

Die Anzahl der Sozialwohnungen ist in den letzten zehn Jahren um mehr als 850.000 Objekte zurückgegangen. Die Mieten haben hingegen in Hamburg seit 2005 um 28 Prozent, in Berlin um 35 Prozent und um ganze 64 Prozent in Göttingen zugelegt. Für die Durchführung der Maßnahmen im sozialen Wohnungsbau sind die Bundesländer zuständig, die nun besonders in der Kritik des Bauministers stehen. Michael Groschek (SPD), Bauminister in Nordrhein-Westfalen kontert hingegen mit der Aufschlüsselung der Bundeszuschüsse nach Einwohnern und Steuereinnahmen, wodurch sein Bundesland lediglich 79 Millionen aus dem Topf bekommt – aber 850 Millionen selbst aufbringen muss.

Mögliche Wohnungsnot: Sozialer Wohnungsbau und seine Alternativen

Auch weitere Vertreter anderer Parteien aus Regierung und Opposition sehen Ramsauers Kritik und seinen Lösungsansatz skeptisch: Patrick Döring (FDP) sieht hingegen eher die Notwendigkeit der besseren Verteilung der Beträge für Sozialwohnungen und die Nutzung von Brachland, während Uwe Beckmeyer (SPD) die Wohnungsgenossenschaften gerne gefördert sehen würde, um mit Gemeinschaftssinn einer möglichen Wohnungsnot in Großstädten entgegen zu wirken.

Bild: Wohnungsbau von Regenmond, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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