Ukraine-Konflikt: Putin lobt Separatisten und fordert humanitären Korridor

29. August 2014 - 10:25 - keine Kommentare

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einer Erklärung zu den Separatisten in der Ostukraine gesprochen und dabei Stellung zum Konflikt genommen: Er lobte die Erfolge der prorussischen Milizen und forderte einen Durchgang für humanitäre Hilfe und von Kiew Waffenruhe.

Erstmals hat Russlands Präsident Putin sich direkt und öffentlich an die Separatisten im Osten der Ukraine gewandt: Erst Anfang der Woche betonte der Kreml noch, keinen Einfluss auf die prorussischen Milizen zu haben, die die Regionen von Donezk und Luhansk halten, nun hat er sie aufgefordert, einen Korridor einzurichten, durch den humanitäre Hilfsgüter transportiert werden können und der dem Abzug eingekesselter Soldaten der Ukraine dienen könnte. Dabei lobte er auch die Erfolge gegen das ukrainische Militär und forderte von Kiew ein, das Feuer gegen die selbsternannten Volksrepubliken einzustellen.

Kreml-Erklärung im Ukraine-Konflikt: Putin lobt Separatisten-Erfolge

In seiner Erklärung wendet sich Putin an den traditionell als „Noworossija“ bezeichneten Südwesten der Ukraine: Während dies einerseits dem russischen Sprachgebrauch entspricht – vergleichbar etwa mit alten, noch üblichen Bezeichnungen wie Swinemünde für Świnoujście oder Danzig für Gdańsk – ist es auch andererseits eine klare Ansage an die dort lebende Bevölkerung mit russischen Wurzeln oder prorussischen Einstellungen. Die Wortwahl soll einen deutlich größeren Bereich abdecken und Zusammenhalt evozieren.

Denn nachdem bekannt wurde, dass russische Soldaten auf ukrainischem Territorium agieren – zehn von ihnen wurden festgenommen und Gefallene Militärangehörige aus Russland wurden begraben – kann der Kreml seine Position, in der Ukraine nicht aktiv zu sein oder eingreifen zu können, nicht mehr halten. Stattdessen wurde ein weiterer Hilfskonvoi angekündigt und an die durch einen Putsch an die Macht gekommene Regierung in Kiew wurde zur Durchsetzung eines Waffenstillstandes aufgefordert.

Russlands Präsident fordert humanitären Korridor für Hilfsgüter und abziehende ukrainische Truppen

Der Führer der Separatisten, Alexander Sachartschenko, gab an, die eingekesselten Einheiten der Ukraine ziehen lassen zu wollen, die von den Rebellen eingekreist wurden, wobei Waffen und Munition abgegeben werden müssten – es ist unwahrscheinlich, dass sich die neue ukrainische Regierung darauf einlässt, auch wenn es hierbei um mehrere tausend Soldaten geht.

Petro Poroschenko hat derweil einen Termin in der Türkei abgesagt und mit Bundeskanzlerin Merkel per Telefon gesprochen – der prowestliche Präsiden der Ukraine wolle am Samstag nach Brüssel reisen, um das direkt Gespräch mit der EU zu suchen.

Bild:Wladimir Putin von maiak.infoFlickrMail senden, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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