ADAC testet Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte: Berlin und München “gut”

28. August 2014 - 13:07 - keine Kommentare

Fahrrad Berlin

Fahrradfahrer haben es im Straßenverkehr oft nicht leicht: Zu wenige, zu enge oder marode Fahrradwege, keine Reparatur-Infrastruktur, kaum Abstellplätze und unfallträchtige, gefährliche Situationen verleiden das Radfahren. Der ADAC hat 12 deutsche Großstädte nach ihrer Ausrichtung für Radfahrer getestet.

Radfahren sollte eine preisgünstige, sportive und umweltfreundliche Möglichkeit der Fortbewegung sein, doch in vielen Metropolen in Deutschland überwiegen die Frustrationen, die Gefahren und die Unannehmlichkeiten für Fahrradfahrer, wie der neue ADAC-Test zeigt. Von 12 Städten haben 10 lediglich die Bewertung „durchschnittlich“ bekommen, Dresden und Dortmund wurden sogar als „unterdurchschnittlich“ bezeichnet – überprüft wurden Unfallhäufigkeit und Vermeidung, Sicherheit und Komfort, Radverkehrsnetz und Wegweisung, Abstellplätze, kommunale Radverkehrsförderung und Serviceangebote.

ADAC-Fahrradfahrer-Test: Städte schneiden schlecht ab

Bei den Urteilen für die Radfahr-Metropolen gibt es im ADAC-Test kaum Highlights: Stuttgart kann für den Komfort und die Förderung jeweils ein „sehr gut“ einstreichen, solch gute Ergebnisse bekommen nur noch München, Berlin, Nürnberg und Leipzig jeweils für die Radverkehrsförderung. Das Urteil „gut“ wird ansonsten noch für die Sicherheit (München, Hannover, Berlin, Nürnberg, Leipzig und Frankfurt am Main) vergeben, für das Radverkehrsnetz in München und die Förderung in Hannover, in Hamburg, in Köln und in Düsseldorf.

Besonders schlecht schneidet Dortmund in den Bereichen Radverkehrsförderung und Serviceangebote ab, Dresden auch bei den Abstellplätzen, ebenso auch Berlin und München. Die Services für Fahrradfahrer sind durchgehend „unterdurchschnittlich“ oder „schlecht“, in Stuttgart und Hamburg „durchschnittlich“.

Getestet wurde in den Großstädten durch ADAC-Mitarbeiter, die 413 Kilometer zurücklegten und dabei die Augen entsprechend offenhielten – da in Städten die meisten Wege lediglich 5 Kilometer betragen, hält der Verein die Methodik des Tests für gerechtfertigt.

Hohe Unfallzahlen, schlechte Radfahrwege: Fahrradfahren in den Großstädten

Gerade der Abschnitt der Unfallhäufigkeit lässt im ADAC-Test jedoch mehrere Fragen offen – etwa wie gut sich die Radfahrer selbst durch Helme, Reflektoren und andere Utensilien schützen oder wie das Verhalten auf dem Fahrrad, das umsichtige Fahren und das Verkehrsaufkommen sich gegenseitig bedingen. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2013 64.579 Fahrradunfälle gemeldet, 216 mit tödlichem Ausgang. Der ADAC sieht an dieser Stelle Handlungsbedarf – auch wenn die Todeszahl um 53 Prozent unter dem Wert vor 20 Jahren lag, während aber die Zahl der Fahrradfahrer zugenommen hätte.

Bild:Fahrrad Berlin von Sascha Kohlmann, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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