Bundeswehr entsendet Soldaten zur Koordination in den Irak

28. August 2014 - 10:26 - keine Kommentare

Bundeswehr

Die Bundeswehr hat sechs Soldaten nach Arbil entsendet, um die Ausgabe von militärischen Ausrüstungsgegenständen zu übernehmen und die Koordination von möglichen Waffenlieferungen vorzubereiten – während die Regierung noch darüber diskutiert, ob Deutschland sich so am Konflikt mit dem „Islamischen Staat“ beteiligen soll.

Auch obwohl sich etliche Vertreter der CDU und der SPD dafür aussprechen, kann derzeit noch nicht vollständig eingeschätzt werden, ob und wie Deutschland die Kurden im Nordirak im Kampf gegen den radikalen „Islamischen Staat“ (IS) unterstützt, doch die Bundeswehr hat bereits erste Schritte unternommen, um im Falle von Waffenlieferungen koordiniert vorgehen zu können: Sechs Soldaten wurden nach Arbil beordert, um dort die aus Leipzig demnächst eingeflogene Ausrüstung in Empfang zu nehmen und zu verteilen – 4.000 Schutzwesten, 4.000 Helme, 700 Funkgeräte, 680 Nachtsichtgeräte, 40 Munitionsbeseitigungs-Werkzeugsätze, 30 Minensonden und 20 Metallsuchgeräte sollen im Irak eintreffen.

Bundeswehr: 6 Soldaten sollen Ausrüstung verteilen

General Hans-Lothar Domröse sieht die Situation für die Kurden als „dramatisch“ an, ist aber auch der Meinung, dass die Gefahr von ihnen gebannt werden könnte. Bundeskanzlerin Merkel fürchtet derweil einen „Völkermord“: Der IS wird von den Vereinten Nationen verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt und soll besonders in Syrien und Irak Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch öffentliche Massenhinrichtungen und andere Gräueltaten begangen haben.

Derzeit soll die Stadt Amerli besonders gefährdet sein: 12.000 Menschen seien darin eingeschlossen, vornehmlich schiitische Turkmenen. Die IS-Kämpfer belagern die Ortschaft zwischen Bagdad und Kirkuk und laut Experten-Einschätzungen droht ein Massaker, sollte die Stadt fallen. Das US-Militär setzt seine Angriffe auf die Dschihadisten derweil fort – in den vergangenen 20 Tagen wurden von der Air Force über 100 Kampfeinsätze geflogen.

Waffenlieferungen in den Irak: Regierung entscheidet am Sonntag

Aus den USA, aus Kanada, Kroatien, Italien, Albanien, Frankreich, Dänemark, Großbritannien und Tschechien wurden bereits Waffenlieferungen an die nordirakischen Kurden entsendet oder angekündigt, am kommenden Sonntag will die Bundesregierung ihre Entscheidung zu Waffenlieferung an die nordirakischen Kurden treffen, am darauffolgenden Montag soll es zu einer eher symbolischen Abstimmung im Bundestag kommen – ein Umstand, der vor allem von der Opposition politisch wie inhaltlich kritisiert wird.

Bild:Bundeswehr von Medien Bundeswehr, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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