Germanwings-Streik: Piloten der Lufthansa-Tochter planen Arbeitskampf am Freitag

28. August 2014 - 09:21 - keine Kommentare

Germanwings

Schon Anfang der Woche schienen die Zeichen in den Tarifverhandlungen zwischen der Fluggesellschaft Lufthansa und der Gewerkschaft Cockpit auf einen Streik hinzudeuten, nun haben die Piloten des Tochterunternehmens Germanwings angekündigt, am Freitag die Arbeit niederzulegen, falls die Gespräche am Donnerstag scheitern.

Der Vorstand von Europas größter Fluggesellschaft und die Gewerkschaft der Piloten setzen sich am heutigen Donnerstag erneut zusammen, um über die Übergangsrentenregelung zu debattieren – die Vorstellungen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit gehen dabei stark auseinander. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die Gewerkschaft schon einmal vorab einen Streik für Germanwings-Piloten angekündigt, sollten die Verhandlungen nicht fruchten. Cockpit will für 5.400 Piloten eine Rückkehr zu den alten Rentenvereinbarungen erwirken, die unter anderem 60 Prozent des Gehalts als Überbrückungsgeld zwischen dem Ausstieg aus dem Beruf und dem Eintritt ins Rentenalter beinhalteten.

Cockpit droht mit Streik bei Germanwings

Mit der Ankündigung, nötigenfalls am Freitag die Piloten der Germanwings streiken zu lassen, hat die Vereinigung Cockpit eine Vorgabe für die heutigen Gespräche mit dem Lufthansa-Vorstand gegeben: Die bislang nur vagen Androhungen eines Arbeitskampfes zur Realisierung der Piloten-Forderungen wurden somit konkret, wenn auch in abgeschwächter Form. Denn auch wenn Germanwings einen nicht zu verachtenden Marktanteil erbringt, ist die Billigflieger-Airline eben nur das Tochterunternehmen der Lufthansa.

Die Streikandrohung kann also als eine Art Schuss vor den Bug gesehen werden, der die Ernsthaftigkeit der Forderungen und die Entschlossenheit der Umsetzung deutlich macht, dabei aber den bevorstehenden Verhandlungen eine Richtung geben soll, ohne sie zu behindern. Sowohl die Gewerkschaft als auch die Sprecher der Fluggesellschaft beeilten sich schon im Vorfeld die möglicherweise für Kunden entstehenden Unannehmlichkeiten zu bedauern.

Lufthansa will Übergangsrenten der Piloten ändern

Bis Ende 2013 wurden von der Lufthansa Gelder in die Rentenkasse der Piloten gezahlt – acht Prozent des Gehaltes pro Jahr. Daraus wurden die Übergangsrenten bezahlt, die ab einem Alter von 55 Jahren und bis zur tatsächlichen Rente in Anspruch genommen werden konnten, wenn die Flugzeugführer frühzeitig aufhörten. Diese Altersgrenze soll nun nach Wunsch der Lufthansa angehoben werden, während die Piloten auch selbst in die Rentenkasse zahlen sollen.

Wenn sich Cockpit und die Lufthansa am Donnerstag nicht einigen können, sollen die Germanwings-Piloten am Freitag streiken – sämtliche in Deutschland zwischen 6 und 12 Uhr startenden Flüge seien davon betroffen, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft.

Bild:Germanwings von Mark Harkin, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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