Vulkan Bárðarbunga auf Island: Experten rechnen mit großem Ausbruch

27. August 2014 - 13:14 - keine Kommentare

Vatnajökull

Der zweithöchste Vulkan auf Island, die Bárðarbunga, könnte laut Expertenmeinung kurz vor dem Ausbruch stehen: Mehrere  Erdbeben haben auf einen 40 Kilometer langen Magma-Strom hingewiesen, der möglicherweise auf den Gletscher gestoßen sein könnte – Aschewolken wie 2010 und 2011 werden nicht ausgeschlossen.

Auf Island sind 31 Vulkane aktiv, besonders im Hochland befinden sich einige der größten von ihnen – so auch die Bárðarbunga, die mit 2.010 Metern Höhe auch den zweithöchsten Berg der Insel darstellt und die am Rande des Vatnajökull-Gletschers liegt. Schon seit etwa zwei Wochen wurden hier Schwarmbeben gemessen, die auf eine hohe Eruptionswahrscheinlichkeit hindeuten – die Warnstufe wurde am 18. August von „gelb“ auf „orange“ angehoben, wenige Tage später wurde die Stufe „rot“ ausgegeben, ein Ausbruch schien in greifbarer Nähe. Derzeit befindet sich die Alarmstufe wieder auf orange, doch Experten rätseln über die möglichen weiteren Ereignisse im Zusammenhang mit einem enormen Magmastrom unter dem Vulkan.

Bárðarbunga auf Island: Erdbeben kündigen 40 Kilometer langen Lavastrom an

Die Bárðarbunga wurde von vielen kleinen doch starken Erdbeben erschüttert, die Magnituden bis zu 4,5 erreichten – bis zur Nacht von Montag auf Dienstag: Ein Erdbeben der Stärke 5,7 wurde gemessen und darauf zurückgeführt, dass der Magmafluss von 40 Kilometern Länge, der unter dem Zentralvulkan Islands angenommen wird, auf den Gletscher stieß und explodierte. Die in 30 Kilometern Entfernung aufgestellte Beobachtungsstation Grimsfjall hat noch keine Eruption gemeldet, doch könnte dies eine der möglichen Auswirkungen der jüngsten Vulkan-Aktivitäten darstellen.

Dabei können sich die Vulkan-Experten etliche Situationen vorstellen, die demnächst eintreten könnten: Wenn der Ausbruch ausbleibt, werden sich auch die Erdbeben wieder beruhigen, wenn es jedoch zur Eruption kommt, könnte Lava austreten und den Berg hinunterfließen – die Region ist kaum besiedelt, so dass auch so gut wie keine Gefahr droht. Die Gefahr einer Aschewolke, wie sie 2010 beim Eyjafjallajökull und 2011 beim Grímsvötn erlebt wurde, könnte jedoch real sein. Denn wenn Magma auf das Eis des Gletschers trifft, dies verdampft und die Lava-Partikel in die Luft geschleudert werden, wird sie vom Wind unter Umständen wieder auf das europäische Festland getrieben.

Vulkanausbruch könnte bevorstehen, Aschewolke wird befürchtet

Wie bei den vorherigen Vulkanausbrüchen könnte es dann erneut zu Flugverkehr-Behinderung kommen, während das Schmelzwasser zur Gefahr für die isländische Infrastruktur und Natur wird. Und der Ausbruch wird laut dem Icelandic Met Office (IMO) täglich wahrscheinlicher: 50 Millionen Kubikmeter Magma seien allein Anfang der Woche eingeflossen, die Aktiväten der Bárðarbunga sollen in absehbarer Zeit nicht abnehmen.

Bild:Vatnajökull von Matito, CC BY – bearbeitet von borlife.

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