ICREACH: NSA Suchmaschine teilt Daten mit dem FBI, der DEA und der CIA

26. August 2014 - 13:33 - keine Kommentare

NSA

Glenn Greenwalds Webseite „The Intercept“ hat neue Enthüllungen über die Machenschaften des US-Geheimdienstes veröffentlicht: Demnach hat die NSA eine „Google-artige“ Suchmaschine namens ICREACH geschaffen, die die ausspionierten Daten den Exekutivorganen, wie dem FBI, der DEA und der CIA zur Verfügung stellt.

Die NSA hat mit „ICReach“ eine Suchmaschine seit 2007 bereitgestellt, bis zu fünf Milliarden Datensätze können darüber täglich geteilt werden – sie werden aus Fax-Nachrichten, E-Mails, Chats, Telefonaten, Standortbestimmungen und anderen Nachrichten-Formen gebildet und sollen insgesamt 30 unterschiedliche Datenarten umfassen, die eigens für etwa 1.000 Analysten aus 23 Behörden zur Verfügung gestellt werden. Die Enthüllungs-Webseite „The Intercept“ bezieht sich auf Unterlagen des sogenannten „Whistleblowers“ Edward Snowden und hat ermittelt, dass die Bundesbehörden zwar nicht auf die Millionen Datensätze des US-Geheimdienstes direkt zugreifen, aber dennoch Informationen über US-Bürger und Personen aus dem Ausland abrufen können.

Datensuchmaschine ICReach: Geheimdienst gibt Datenbanken an Behörden weiter

Über ICREACH sollen die Organisationen der Exekutive, sei es im Inland wie beim FBI, im Ausland wie die CIA oder bei spezifischen Ausrichtungen wie der Drogenbekämpfungsbehörde DEA und dem Militärgeheimdienst DIA ihre Daten untereinander auszutauschen – die Bedienung soll einer regulären Suchmaschine nicht unähnlich sein. Laut „The Intercept“ geht diese Form der Zusammenarbeit und der Zugriff auf die Datenbanken auf das „Project Crisscross“ zurück, das bereits Anfang der 90er initiiert wurde und das in das „Proton“-System überführt wurde. Dieses sei während der Bush-Administration für etliche Festnahmen im Drogenbereich wesentlich gewesen und habe auch wichtige Personen im Irak ausfindig machen können.

Als neuer Standard sei dann ICReach geschaffen worden. Hierüber sollen 850 Milliarden Aufzeichnungen abrufbar sein: Das FBI soll der Hauptnutzer der Suchmaschine sein, wobei noch unklar sei, in welchem Umfang und auf welche Weise die NSA die Daten an die Bundesbehörde übermittelt. Im Bericht heißt es, dass auf mehrere Datensätze zugegriffen werden kann.

Snowden-Unterlagen: FBI, DEA und CIA greifen auf NSA-Suchmaschine zu

Die Unterlagen aus dem Fundus von Edward Snowden wurden vom Enthüllungsjournalisten Ryan Gallagher als erster konkreter Beweis bezeichnet, dass die über Jahre von der NSA gesammelten Daten auch den Exekutivorganen im eigenen Land zur Verfügung gestellt wurden. In ICReach sollen Informationen über die privaten Kommunikationen von Ausländern und Millionen US-Bürgern, gegen die keine Anschuldigungen vorliegen, enthalten und abrufbereit sein. Im sogenannten „Black Budget“, der Aufzählung der Kostenforderungen des Geheimdienstes für das Jahr 2013, soll auch das Gesuch der NSA zu finden sein, die bereitgestellten Gelder für die Suchmaschine aufzustocken.

Bild: NSA von Dennis Skley, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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