Streik bei Lufthanse und Deutsche Bahn drohen

26. August 2014 - 11:01 - keine Kommentare

Lufthansa

Bei zwei der größten deutschen Transportunternehmen stehen Arbeitskämpfe an: Obwohl sich die Lufthansa im April mit der Gewerkschaft Cockpit nach einem kostspieligen Streik einigen konnte, wird erneut mit Arbeitsniederlegungen gedroht. Bei der Bahn streiten sich derweil die Gewerkschaften um die Zuständigkeiten.

Mitten im Sommer könnten sowohl Bahn-Reisende als auch Flugpassagiere mit Behinderungen durch Streiks rechnen müssen, denn die Gewerkschaften Cockpit, GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) und EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) haben allesamt angekündigt, ihre Mitglieder zur Niederlegung der Arbeit aufzufordern, um auf diese Weise den Diskussionsdruck auf die Deutsche Bahn und auf die Lufthansa zu erhöhen – diese beiden Personenbeförderungsunternehmen befinden sich jeweils auf einem Sparkurs, der aus Sicht der Gewerkschaften in erster Linie auf Kosten der Arbeitnehmer geht.

Streiks bei der Lufthansa und bei der Bahn angekündigt

In beiden Fällen sind die Fronten verhärtet, die Debatten komplex. Denn bei der Lufthansa konnte die Gewerkschaft Cockpit bereits im April  mit einem drei Tage andauernden Streik eindrucksvoll beweisen, wie viel Macht die Arbeitnehmer haben, wenn sie zusammen an einem Strang ziehen: 60 Millionen Euro sollen der Fluggesellschaft entgangen sein, dadurch dass die Piloten in den Arbeitskampf eintraten. Die gleichen Themen wie vor drei Monaten beschäftigen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung nun wieder: Eine über 24 Monate verteilte Gehaltserhöhung um 10 Prozent, die Beibehaltung der bisherigen Betriebsrenten-Vereinbarung und die Finanzierung der Übergangsrenten sollen diskutiert werden, wobei Beobachter erneut langwierige Verhandlungen kommen sehen.

Die Deutsche Bahn hat derweil ein anders gelagertes Problem: Denn mit der GDL und der EVG sind gleich zwei Gewerkschaften für die Tarifverhandlungen zuständig, die erstere für die geringere Anzahl der Lokomotivführer – 20.000 Angestellte im Unternehmen –, die zweitere für die restlichen 140.000 Arbeitnehmer im Bahnbetrieb. Während die DB die Verhandlungen für alle Mitarbeiter gleichzeitig führen möchte, sind sich GDL und EVG nicht einig, wer für die Mitglieder des jeweils anderen sprechen soll.

Arbeitskampf für mehr Geld, bessere Rentenregelungen und Zuständigkeiten

Es ist sicher, dass Streiks sowohl bei der Lufthansa als auch bei der Bahn demnächst anstehen – die eigentliche Frage muss daher lauten, wie sehr die Passagiere beider Transportunternehmen davon belastet werden: Alle drei Gewerkschaften haben sich geeinigt, dass ihre Arbeitskämpfe nicht gleichzeitig koordiniert werden sollen, um das Verkehrschaos so gering wie möglich zu halten.

Bild:Lufthansa von Aurelian Săndulescu, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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