Mängel bei Auszubildenden: Betriebe beklagen Motivation und Befähigungen

23. August 2014 - 07:18 - keine Kommentare

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, macht sich Sorgen um die Qualität der aktuellen Auszubildenden: Während der Vorstellung der DIHK-Umfrage zum Thema hat er die „mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern“ als größtes Problem der Ausbildungsbetriebe neben Disziplin und Belastbarkeit geschildert.

Jedes Jahr bewerben sich weniger jungen Menschen für klassische Ausbildungen in den Betrieben und jene, die sich auf die Ausbildungsplätze bewerben, sollen oftmals die benötigten Kenntnisse und „Soft Skills“ – Belastbarkeit, Disziplin, Interesse, Aufgeschlossenheit, Leistungsbereitschaft, Motivation, Umgangsformen und Teamfähigkeit – vermissen lassen. So zumindest sieht es der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): Eric Schweitzer bezieht sich auf die Aussagen der Ausbildungsbetriebe, von denen sich 32 Prozent nach größerem Einsatz ihrer Azubis sehnen würden.

DIHK-Umfrage: Unternehmen melden große Mängel bei Auszubildenden an

80.000 Lehrstellen sollen in diesem Jahr unbesetzt bleiben – da das Interesse aber auch die Qualität der BewerberInnen fehlt. Schweitzer bemängelt die Suche nach „kreativer Herausforderung“ der jungen Azubi-Generation, die jedoch „notwendige Routinearbeiten“ nicht leisten wolle. Die Umgangsformen sollen zu wünschen übrig lassen, wobei vor allem die Teamfähigkeit mit einem durchschnittlichen Ergebnis von knapp über 10 Prozent in den Regionen Nord, Süd, Ost und West ebenfalls stark verbesserungswürdig sei.

Jedoch seien auch die schulisch vermittelten Kenntnisse nicht auf dem erhofften Stand, heißt es in Berichten zur DIHK-Umfrage. 56 Prozent der befragten Unternehmen beklagen den Stand der Deutschkenntnisse bei ihren Azubis, 48 Prozent sehen in den mathematischen Fähigkeiten ernsthafte Probleme – ein Drittel der Ausbildungsfirmen sollen Nachhilfestunden anbieten, während ein Viertel sich an das Arbeitsamt wegen ausbildungsbegleitender Hilfestellungen gewendet hätten.

Motivation, Umgangsformen und Fähigkeiten von Azubis sollen unter den Erwartungen bleiben

Eric Schweitzer sieht trotz der 100.000 Studienabbrecher pro Jahr einen klaren Trend zur universitären Ausbildung – um hier einen Ausgleich zu schaffen, gerade auch für die lernschwächeren Schüler und potentiellen Azubis, rät er zu Berufspraktika und zur Erschließung der eigenen Fähigkeiten in Bezug auf soziales Engagement und den persönlichen Eindruck bei den Unternehmen.

Die hingegen würden derzeit versuchen, besonders gute Bewerber und Auszubildende mit Vergünstigungen und Prämien zu locken: Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des DIHK, Achim Dercks, zählte Auslandsaufenthalte, Zuschüsse zum Führerschein nebst Dienstauto, Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel, Smartphones und Fitnessstudio-Mitgliedschaften auf.

Bild:Ausbildungsstart 2013 von ME-Arbeitgeber, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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