DDR-Millionen: Schweizer Privatbank Julius Bär auf Rückgabe verklagt

22. August 2014 - 11:50 - keine Kommentare

Julius Bär

Die Bank Julius Bär mit Sitz in Zürich wurde von der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) auf die Rückgabe von 135 Millionen Euro aus dem DDR-Staatsvermögen verklagt: Nach dem Mauerfall hätten Vertreter des Regimes die Gelder dorthin transferiert.

25 Jahre nach dem Mauerfall ist noch immer nicht geklärt, was mit dem DDR-Staatsvermögen tatsächlich geschah. Die in Berlin ansässige Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) will nun aber herausgefunden haben, dass ein nicht unwesentlicher Teil von in die heutige Währung umgerechnete 135 Millionen Euro bei der Privatbank Julius Bär lagert – dorthin gebracht von der gut mit Erich Honecker vertrauten Rudolfine Steindling, Treuhänderin der Kommunistischen Partei Österreichs. Schon am 15. August soll die BvS beim Bezirksgericht Zürich eine Klage auf Rückgabe der Millionen eingereicht haben.

Privatbank Julius Bär soll DDR-Millionen zurückgeben

Steindling war in den 90er Jahren die alleinige Gesellschafterin der Außenhandelsgesellschaft „Novum“, die für die DDR von Wien aus zwischen den westlichen Unternehmen und den volkseigenen Betrieben vermittelte. 1992 sollen von hier aus die Summen auf Konten in der Schweiz gebracht worden sein. Die Vertraute Honeckers soll dann die Gelder abgehoben und in Bankschließfächer gebracht haben.

Schon 2010 endete ein Rechtsstreit mit der Unicredit Austria wegen der Veruntreuung von Geldern von Unternehmen im ehemaligen Ostdeutschland in einem Urteil auf Herausgabe von 230 Millionen Euro, die aus dem Staatsvermögen der ehemaligen DDR stammten: Die Bundesanstalt reichte diese Klage schon 1994 ein, verlor jedoch vor Gericht. Das Obergericht Zürich hat dem Vorwurf der Beihilfe zur Geldwäsche stattgegeben und von der Bank nun unlängst gefordert, 254 Millionen Euro gemäß dem Einigungsvertrag an die neuen Bundesländer zu zahlen.

Staatsvermögen der DDR auf Schweizer Konten

Rudolfine Steindling verstarb 2012: Die 78-jährige hat nie verraten, wo die DDR-Millionen untergekommen sind – sie wurden anonym angelegt. Die ehemalige Treuhandanstalt und heutige BvS hat die Julius Bär Bank nun wegen 128 verschwundenen Millionen Euro plus Zinsen verklagt, wie das Geldinstitut laut Medienberichten auch bestätigte. Zu Einzelheiten der Klage wollte man keine Stellung beziehen, auch wenn man sich nicht überrascht von der Klage zeige. Das Gericht in Zürich wollte sich ebenfalls nicht äußern.

Bild: Julius Bär von Sporst, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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