Wirtschaftswachstum in China: Industrierückgang im August

21. August 2014 - 10:25 - keine Kommentare

Die chinesische Wirtschaft scheint derzeit in einer Wachstumskrise zu stecken: Wie die Großbank HSBC gemeinsam mit Markit Economics ermittelte, soll der Index für Einkaufsmanager (PMI) entgegen den Erwartungen massiv gesunken sein – die Industrie steht kurz davor zu schrumpfen.

Ein PMI Wert von 50 stellt den Dreh- und Angelpunkt der Einschätzung des Wirtschaftswachstums in China dar: Fällt der Index unter diese Zahl, ist dies gleichbedeutend mit einem Einbruch der Industrieleistungen, steht er darüber, wächst die Wirtschaft. Im vergangenen Juli betrug der ermittelte Wert 51,7, der höchste Wert seit anderthalb Jahren. Im August ist er auf 50,3 gesunken, obwohl Experten mit etwa 51,5 Punkten rechneten – damit steht die bislang anhaltend optimistisch betrachtete Wirtschaft Chinas kurz vor dem Umbruch ins Negative.

Die Industrie Chinas wächst geringer im August

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Julian Evans-Pritchard, Ökonom bei Capital Economics, mit seiner Einschätzung, dass für die Konjunkturdynamik Chinas dennoch kein „dramatisches Nachlassen“ erwartet würde. Diese Perspektive basiert nicht zuletzt auch auf dem Erfolg der chinesischen Wirtschaft im vergangenen Halbjahr. Denn in diesem Zeitraum konnte ein Volkswirtschaftswachstum von 7,5 Prozent erzielt werden – ein Wert, der dem Gesamtjahresziel der chinesischen Regierung entspricht.

Demnach wird zumindest bei Capital Economics vermutet, dass die „Politik der Feinjustierung“ fortgesetzt würde, während Volkswirt Zhu Qibing von Minzu Securities gegenüber Reuters von „neuen Maßnahmen“ ausgeht. Chinas Regierung hat bislang die Infrastruktur verstärkt mit Investitionen ausgebaut, die Zentralbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat die Darlehensausgabe von kleinen Kreditinstituten durch weniger verlangte Reserven unterstützt.

Chinesische Wirtschaft: Investitionen, Immobilien und Preise sinken

Anfang der Woche erst wurde von der Nachrichtenagentur dpa unter Bezug auf das Handelsministerium in Peking vermeldet, dass die Direktinvestitionen aus dem Ausland im vergangenen Monat um beinahe 17 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar einbrachen. Die Untersuchungen großer ausländischer Autounternehmen wegen möglicher Preismanipulationen sollen die eingebrochenen Investitionen nicht bedingt haben, heißt es in Medienberichten.

Auch auf dem Immobilienmarkt Chinas wurde ein Rückgang bemerkt: In 64 von 70 Städten sollen die Preise massiv gesunken sein. Und ebenfalls wurden in Peking Preisverluste um ein Prozent ermittelt, in Schanghai um 1,2 Prozent und in Guangzhou um 1,3 Prozent.

Bild:China von madiko83, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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