Hartz IV: zinslose Darlehen zur Absicherung des Lebensunterhalts steigen

26. Juni 2012 - 09:52 - keine Kommentare

Die Beantragung von Notkrediten bei der Bundesagentur für Arbeit sind zwischen 2007 und 2011 um fast das Doppelte gestiegen: Über 18.000 Anträge zu einem zinslosen Darlehen als Ausgleich zu den nicht ausreichenden Leistungen im Zuge des Arbeitslosengeldes II sind dort im letzten Jahr eingegangen.

Für unvorhergesehene Sonderausgaben können Hartz-4-Empfänger zusätzlich zu den Leistungen der Bundesagentur für Arbeit zinslose Darlehen beantragen, die dann nach Aufnahme einer bezahlten Arbeit wieder zurückgezahlt werden müssen. Unter „unvorhergesehene Sonderausgaben“ fallen zum Beispiel hohe Stromrechnungen oder notwendige Anschaffungen wie etwa Haushaltsgeräte, die nicht in der ursprünglichen Berechnung der Leistungen zu tragen kamen.

Hartz IV Notkredite zur Sicherung des Lebensunterhalts

Laut der Pressesprecherin der Arbeitsagentur Anja Huth beläuft sich die Gesamtsumme der von der BA gezahlten zinslosen Darlehen auf fünf Millionen Euro im monatlichen Durchschnitt. Der Durchschnitt bei den 17.600 Haushalten, die in den ersten zwei Monaten des Jahres Notkredite beantragten, läge bei 260 Euro.

Das zweite Sozialgesetzbuch regelt in seinem dritten Kapitel und den Paragraphen 14 bis 35 die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Darunter fallen auch Bedarfe für Unterkünfte und Heizung und Mehrbedarfe, allerdings nur jene, die nicht nur einmalig anfallen. Auf diese Bezüge haben Leistungsberechtigte einen rechtlich gesicherten Anspruch, andere Sonderausgaben müssen von den jeweilig zuständigen Jobcentern geprüft werden.

Aufstocker: Zahl der arbeitenden Hartz IV Empfänger gestiegen

Neben den Angaben zu zinslosen Darlehen wurden nun auch neue Zahlen für Hartz-IV-Empfänger, die neben dem ALG II noch Teilzeit- oder Vollzeitjobs nachgehen, vom Deutschen Gewerkschaftsbund errechnet. Die Zahl der sogenannten Aufstocker sei ebenfalls zwischen 2007 und 2011 von 23,1 auf etwa 30 Prozent gestiegen, so der DGB. Dies entspräche 1,221 Millionen erwerbstätigen Hartz IV Empfängern im Jahr 2007 zu 1,355 Millionen Fällen im letzten Jahr, in denen die Leistungen aus Hartz IV ebenfalls nicht für den Lebensunterhalt ausreichten.

Bild:Portemonnaie von rosmary, CC BY – bearbeitet von borlife

 
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