Preismanipulationen in China: Mercedes muss sich Monopolvorwürfen stellen

18. August 2014 - 10:46 - keine Kommentare

Mercedes

Nach Audi und Chrysler steht nun auch Mercedes-Benz unter der Beobachtung der Kartellprüfer in China: Dem deutschen Autohersteller wird vorgeworfen, seine Monopolstellung zur Manipulation von Ersatzteil-Preisen missbraucht zu haben. Weder eine Äußerung zu den Vorwürfen, noch eine Strafe wurden bislang bekannt.

Zhou Gao, Leiter der Kartellbehörde der Provinz Jiangsu, hat schwere Vorwürfe gegen einen der drei wichtigsten Autohersteller des chinesischen Markts vorgebracht: Gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua gab er an, die deutsche Firma würde ihre hervorgehobene Position ausnutzen und die Ersatzteil-Preise, wie auch die anfallenden Kosten für Reparaturen und Wartungen kontrollieren – er bezeichnete dies laut Medienberichten als einen „typischen Fall“. Damit ist nach Chrysler und Audi Mercedes-Benz nun der dritte große, westliche Konzern, der vom Kartellamt Chinas innerhalb kürzester Zeit erfasst wurde.

Kartellbehörde in China: Monopolvorwürfe gegen Mercedes

Audi soll sich laut chinesischen Medien seiner Verantwortung gestellt haben und eine Strafe wegen der Monopolvorwürfe akzeptieren wollen, vor rund zwei Wochen erst war bekannt geworden, dass sich die Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) auch Chryslers Preispolitik vornehmen wolle. Währenddessen wurde auch eine Daimler-Filiale in Schanghai durchsucht: Die Ermittlungen sollen bereits seit drei Jahren  laufen, nachdem das Wettbewerbsgesetz im Jahr 2008 verschärft wurde. Seitdem sollen auch Autohersteller aus China, Zulieferer und Händler im Fokus der Kartellwächter stehen, 12 japanische Firmen sollen beobachtet werden.

Auch Mercedes wird nun vorgeworfen, die Preise für Ersatzteile ihrer Premiumautomarken so hoch anzulegen, dass ein Modell der C-Klasse den Kosten von zwölf anderen PKW entspräche, wollen Medienberichte wissen. Daimler hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, doch gilt es als unwahrscheinlich, dass die Entscheidung und Einschätzung der Kartellbehörde angezweifelt wird – China ist einer der größten Absatzmärkte für Premiumautos und es ist für den Autohersteller aus Stuttgart nicht ratsam, sich es mit den dortigen Ämtern zu verscherzen.

Westliche Konzerne unter Verdacht: Preismanipulationen bei Ersatzteilen

So solle auch bereits Druck auf die westlichen Konzerne ausgeübt worden sein: Es solle davon abgeraten worden sein, Regierungsvertreter zu informieren, Anwälte zu beschäftigen oder sich gegen die Untersuchungen zu wehren. Neben Schanghai sollen zudem die Filialen in fünf weiteren Städten unter Beobachtung stehen, während Mercedes-Benz ankündigte, in China die Preise von etlichen tausend Ersatzteilen schon ab September um 15 Prozent zu senken.

Bild:Mercedes von NRMA New Cars, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
Tags: ,
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Preismanipulationen in China: Mercedes muss sich Monopolvorwürfen stellen

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!