Ausschreitungen in Ferguson: Polizist soll sechs Mal auf Michael Brown geschossen haben

18. August 2014 - 09:43 - keine Kommentare

USA Police

In Ferguson, Missouri, sind erneut Demonstranten mit der Polizei zusammengestoßen: Sie hatten ihren Unmut im Fall des erschossenen Michael Brown Ausdruck verliehen, nachdem der Name des Schützen bekannt wurde. Der schwarzen Teenager soll mit sechs Schüssen getötet worden sein.

Trotz der deeskalierenden Maßnahmen von Ron Johnson, Chef der Autobahnpolizei von Missouri und vom Gouverneur eingesetzt, um die Situation in Ferguson in den Griff zu bekommen, ist es in der Nacht erneut zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten gekommen: Im Vorort von St. Louis, in dem vor über einer Woche der 18-jährige Michael Brown von einem Polizisten erschossen wurde, wurde eine Ausgangssperre angeordnet, während rund 400 Demonstranten mit Tränengas und Rauchbomben von der Polizei auseinander getrieben wurden. Je nach Zeugenaussage sollen die Proteste friedlich verlaufen sein oder es solle Plünderungen, Zerstörungen und Aggressionen gegeben haben.

Fall Michael Brown: Polizeichef von Ferguson gibt Namen des Schützen bekannt

Nach sechs Tagen ist der Polizeichef von Ferguson einer der Forderungen der Demonstranten nachgekommen und hat den Namen des Polizisten veröffentlicht, der Michael Brown erschossen hat: Darren W. soll bereits seit sechs Jahren bei der Polizei sein und einen guten Ruf genießen – die Protestler halten an der Vermutung fest, dass der weiße Polizist auf den schwarzen Teenager aus rassistischen Gründen schoss. Die Kamera an Bord des Einsatzfahrzeugs von W. war ausgeschaltet, so dass der Hergang nur anhand von Augenzeugenberichten rekonstruiert werden kann: Brown soll unbewaffnet gewesen sein und die Hände hoch gehalten haben, heißt es auf der einen Seite, auf der anderen soll er den Polizisten angegriffen und in sein Auto gedrängt haben.

Dem Autopsie-Bericht des Pathologen Michael Baden, der von Browns Eltern beauftragt wurde, soll der junge Mann von sechs Kugeln getroffen worden sein, zwei davon seien auf den Kopf abgefeuert worden, vier weitere hätten den rechten Arm getroffen. Da Baden keine Rückstände auf dem Körper des getöteten Teenagers fand, geht er davon aus, dass die Entfernung zwischen dem Polizisten und dem Opfer entsprechend weit gewesen sein muss.

Trotz Deeskalations-Maßnahmen: Neue Unruhen in Missouri

Neben der ersten Autopsie in Missouri und der von Michael Baden durchgeführten soll Michael Brown noch einmal untersucht werden. Dieses Mal soll das FBI versuchen, den Vorfall auf diese Weise zu klären und auch dafür sorgen, dass sich die Vermutungen zerstreuen, es solle etwas vertuscht werden.

Am Sonntag wurde eine Gedenkfeier abgehalten, bei der Ron Johnson sein Beileid ausdrückte und versprach, die Ruhe in Ferguson wieder herzustellen. Um Mitternacht sollte die Ausgangssperre dann bis zu den frühen Morgenstunden anhalten.

Bild:USA Police von Eli Christman, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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