Ebola-Epidemie: WHO vermutet hohe Dunkelziffer

15. August 2014 - 11:30 - keine Kommentare

Ebola

Die Weltgesundheitsorganisation hat bei der aktuellen Ebola-Epidemie bislang 1.975 Fälle verzeichnet, 1.069 der infizierten Patienten seien bereits gestorben. Doch die Dunkelziffer könnte noch viel höher liegen, denn laut Hinweisen der WHO-Mitarbeiter wurden längst nicht alle Infektionen gemeldet.

Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria werden von einer Ebola-Epidemie seit Wochen heimgesucht, beinahe 2.000 Menschen sind an dem tödlichen Virus erkrankt und über die Hälfte von ihnen ist bereits gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht derweil davon aus, dass das Ausmaß der Seuche um ein Vielfaches schwerer wiegt, als bisher angenommen wurde: Es wird eine große Dunkelziffer nicht gemeldeter Infektionen angenommen, wie aus Untersuchungen von Hinweisen durch Mitarbeiter der Organisation hervorginge. Derweil wurde auch in Guinea der Gesundheitsnotstand ausgerufen, als letztes der vier von der Krankheit massiv bedrohten Länder in Westafrika.

Ebola-Erkrankungen in Westafrika könnte schlimmer sein als angenommen

Durch die Ebola-Epidemie kommt es in den Krisengebieten auch zu weiteren Schwierigkeiten: In Liberia werden die Lebensmittel knapp, denn sowohl die Versorgung per Schiff als auch per Flugzeug sind durch die Grenzsperrungen eingeschränkt, während das Nachbarland Elfenbeinküste den Transit verboten hat. Die Fluggesellschaften British Airways und Air France, sowie ASky und Arik fliegen die liberische Hauptstadt Monrovia nicht mehr an und auch die Delta Airlines will Ende des Monats den Flugbetrieb vorerst einstellen.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik hat alle sich in den gesundheitlichen Krisengebieten befindlichen deutschen Bürger aufgerufen, umgehend in die Heimat zurückzukehren, mit Ausnahme des medizinischen Personals. Die deutschen Vertretungen in den westafrikanischen Ländern bleiben derweil geöffnet.

Auch das US-Außenministerium hat die Bürger der Vereinigten Staaten zur Rückreise aufgefordert. Präsident Barack Obama hat derweil sowohl der Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson-Sirleaf, als auch dem Präsidenten von Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, die Unterstützung der USA zugesichert.

Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria rufen Gesundheitsnotstand aus

Die erschreckend hohe Letalitätsrate hat dazu geführt, dass die WHO auch auf internationaler Ebene Gesundheitswarnungen ausgegeben hat. Bislang scheint die Krankheit jedoch auf die vier Krisen-Länder beschränkt zu sein: Die Ebola-Epidemie ist die erste in Westafrika und zugleich die schwerste, die jemals gemessen wurde. Derzeit wird darüber nachgedacht, auch noch nicht zugelassene Medikamente im experimentellen Stadium zu verabreichen, da die Virus-Erkrankung in beinahe allen Fällen zum Tod führt.

Bild:Ebola von EU Humanitarian Aid and Civil Protection, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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