Karstadt-Übernahme: Benko nimmt Berggruen Warenhaus ab

15. August 2014 - 10:42 - keine Kommentare

Vor einigen Wochen wurde nur darüber spekuliert, nun soll es Gewissheit sein: Immobilienunternehmer René Benko aus Österreich soll den noch immer angeschlagenen Karstadt-Konzern von Nicolas Berggruen übernehmen – schon ab Anfang nächster Woche soll die Warenhaus GmbH zur Signa-Gruppe gehören.

René Benko will Nicolas Berggruen Karstadt abnehmen: Die Überlegungen der vergangenen Wochen wurden in einem Bericht der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ nun bestätigt. Ab dem Beginn der kommenden Woche wird der angeschlagene und nur notdürftig vor der Insolvenz bewahrte Konzern zu dem Immobilienmagnaten aus Österreich gehören, der dafür nicht einmal Geld ausgeben wird. In dem Bericht heißt es, die 83 Warenhäuser der GmbH werden zu hundert Prozent an die Signa Gruppe gehen, während die Berggruen Holding komplett aus dem Geschäft aussteigt.

Berggruen gibt Karstadt ab, Benko zahlt für Warenhaus kein Geld

Die Signa Unternehmensgruppe hält bereits seit einiger Zeit einen Großteil der Anteile an den Prestige-Häusern von Karstadt: Das Alsterhaus in Hamburg, das KaDeWe in Berlin und das Oberpollinger in München, aber auch die Karstadt Sports Häuser gehörten seit letztem Herbst zu 75,1 Prozent dem österreichischen Immobilienmogul René Benko. 300 Millionen Euro soll die erste Tranche des Kaufpreises damals betragen haben – eine Finanzspritze, ohne die das Unternehmen schon längst hätte aufgeben müssen. In diesem Herbst solle die zweite folgen.

Denn der als Retter gefeierte Nicolas Berggruen, der 2010 die Firma für den symbolischen Wert von einem Euro kaufte, hat mitnichten Geld investiert, um Karstadt wieder wettbewerbstüchtig zu machen: Vielmehr wurden die besten und lukrativsten Abschnitte nach und nach verkauft, während die Belegschaft Sparrunden einlegen musste und die gerade erst ernannte Chefin Eva-Lotta Sjöstedt das Handtuch warf.

Angeschlagenes Warenhaus wechselt Besitzer

Allein in den Geschäftsjahren 2011/2012 mussten die Karstadt-Häuser einen Verlust von 158,4 Millionen Euro verbuchen, eine Sanierung des Konzerns ist also unerlässlich. Gleichzeitig wird aber auch vermutet, dass die Kaufhäuser selbst mehr wert sind als der Konzern – eine Vermutung, die durch Benkos Hauptbetätigungsfeld in der Immobilienbranche unterstützt wird.

Ursprünglich war eine Call-Option im Gespräch, durch die Benko in den Besitz weiterer Anteile an Karstadt hätte kommen können, doch soll diese laut dem „Spiegel“ nicht zum Tragen kommen: Stattdessen werden alle Teile der Warenhaus GmbH an die Signa Gruppe ohne finanziellen Aufwand gegeben – unter Berufung auf einen „Insider“ heißt es auch bei der Nachrichtenagentur Reuters, Berggruen habe „geringfügig Geld verdient“ mit seiner damaligen Karstadt-Investition.

Bild:Karstadt von Ting Chen, Wing, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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