Ukraine-Konflikt: Russische Transportpanzer überqueren Grenze

15. August 2014 - 10:03 - keine Kommentare

Der umstrittene Konvoi mit Hilfsgütern aus Russland hat nur wenige Kilometer vor der ukrainischen Grenze angehalten – dafür sollen laut britischer Journalisten ein knappes Dutzend russischer Transportpanzer mit offiziellen Markierungen eben jene Grenze durch ein Loch im Zaun passiert haben.

Die ukrainische Regierung in Kiew hat Moskau vorgeworfen, mit den gut 280 Lastwagen, die humanitäre Hilfsgüter in die umkämpften Gebiete in der Ostukraine transportieren sollen, Waffen ins Land schmuggeln zu wollen und die prorussischen Separatisten auf diese Weise auszurüsten – laut den beiden Journalisten Shaun Walker und Roland Oliphant, die für den „Guardian“ von der ukrainisch-russischen Grenze berichten, sollen nun aber gepanzerte Truppentransporter die Grenzmarkierungen überquert haben. Dies sei ein sicherer Beweis für die Aktivitäten russischer Soldaten auf ukrainischem Boden, wenn es sich auch um keine vollwertige Invasion aus Russland handele, hieß es in der Online-Ausgabe der britischen Zeitung.

Russische Panzerwagen in der Ukraine: Britische Journalisten beobachten Grenzüberschreitung

Die LKW des Hilfskonvois, der vor allem im Westen und in Kiew argwöhnisch beäugt wird, haben rund 40 Kilometer vor der Grenze angehalten, die Fahrer, die laut Augenzeugenberichten alle in der gleichen Khaki-Kleidung angezogen sind und „etwas militärisches in ihrem Verhalten“, so Walker, aufweisen, sollen ein Lager aufgeschlagen haben. Der Journalist schildert in seinem Bericht für die Zeitung seine Unterhaltungen mit den Fahrern, die zwar keine konkreten Antworten lieferten, ihn zumindest aber davon überzeugten, dass sie keine Elite-Truppen sind, wie sie bei der Annexion der Krim-Halbinsel zum Einsatz kamen.

Derweil wird die Hilfsladung als eine Art „Trojanischer Tausendfüßler“ betrachtet, die ukrainische Regierung verlangte, dass die 2.000 Tonnen Lebensmittel, Wasser und Medikamente für die seit vier Monaten umkämpften Gebiete von Donezk und Luhansk auf Laster des Roten Kreuzes umgeladen werden. Das Passieren der Grenze solle nicht zugelassen werden.

Russischer Hilfskonvoi stoppt vor ukrainischer Grenze

Gleichzeitig sollen sich aber 23 gepanzerte Truppentransporter gemeinsam mit Tankwagen und anderen logistischen Fahrzeugen auf die Grenze zur Ukraine, etwa 200 Kilometer von Donezk entfernt, zubewegt haben. Bis zum Einbruch der Dunkelheit sollen sie am Straßenrand verharrt haben, um dann durch eine Bresche im Grenzzaun zu passieren. Die „Guardian“-Reporter wollen bewaffnete Männer in den Fahrzeugen gesehen haben.

Wie tief die Panzerwagen in das ukrainische Gebiet vordrangen und welche Mission dabei verfolgt wird, konnten die britischen Journalisten nicht feststellen. Sie sehen aber die militärische Beteiligung Russlands im Ukraine-Konflikt durch ihre Beobachtungen als erwiesen an.

Bild: Ukraine Proteste von mac_ivan, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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