Anklageschrift gegen Deutsche Bank Manager: Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen abgeschlossen

12. August 2014 - 12:50 - keine Kommentare

Schon seit einiger Zeit wurde erwartet, dass die Staatsanwaltschaft München gegen den Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, Anklage erhebt: Nun wurde die Anklageschrift beim Landesgericht gegen ihn und vier weitere, ehemals hochrangige Manager wegen versuchten Prozessbetruges eingereicht.

Der Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen, seine beiden Amtsvorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann und die beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder Tessen von Heydebreck und Clemens Börsig, zudem Ex-Aufsichtsratschef, sehen sich mit einer Anklage der Staatsanwaltschaft München konfrontiert: Ihnen wird vorgeworfen, im Prozess zwischen der Deutschen Bank und Leo Kirch um Schadenersatz versucht zu haben, mit Täuschungen die Entscheidungen des Gerichts zu beeinflussen. Die beschuldigten Manager haben bereits seitdem die Ermittlungen laufen ihre Unschuld betont und die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Deutsche Bank: Ermittlungen wegen Prozessbetrugs abgeschlossen

Diese Ermittlungen sollen nun laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ abgeschlossen sein, eine Anklage solle noch in diesem Monat eingereicht und den Beschuldigten vorgelegt werden. Die gesamte Akte, die von der Staatsanwaltschaft zusammengestellt wurde, soll 600 Seiten umfassen und muss per Post zugestellt werden. Der Leiter der fünften Strafkammer des Landgerichts, Peter Noll, soll die Anklageschrift prüfen und entscheiden, ob das Traktat für einen Prozess ausreichend ist.

Laut den Medienberichten solle ein Rücktritt Fitschens von seinem Amt an der Spitze der Deutschen Bank nicht zur Debatte stehen: Schon im Vorfeld des Ermittlungsabschlusses soll festgestanden haben, dass er Vorstandsvorsitzender bleibt. Zumal die Vorwürfe gegen ihn sich darauf beschränken, die Falschaussagen der Bankanwälte im Schadenersatzprozess mit dem 2011 verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch nicht aufgehalten zu haben. Ein Angebot, 500.000 Euro als Bußgeld wegen der Verletzung der Aufsichtspflichten zu zahlen, hatte er abgelehnt – nicht zuletzt auch, um einer Ermittlung der BaFin zu entgehen.

Staatsanwaltschaft München reicht Anklageschrift beim Landesgericht ein

Die ehemaligen Spitzenleute der Deutschen Bank Josef Ackermann, Rolf Breuer, Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck müssen sich jedoch direkt wegen ihrer falschen Aussagen vor Gericht verantworten, falls es zu einem Prozess kommen sollte: Sie waren als Zeugen vernommen worden und hatten laut der Staatsanwaltschaft München gezielt fehlerhafte Angaben gemacht. Börsig soll als Hauptbeschuldigter auftreten – gegenüber der Zeitung hatten die Staatsanwälte ebenso wie das Landesgericht keine Stellung nehmen wollen.

Bild:Deutsche Bank von ell brown, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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